Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Thema des Tages Bücher, die man gelesen haben sollte
Thema Specials Thema des Tages Bücher, die man gelesen haben sollte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 26.04.2018
Tausende neue Bücher kommen jedes Jahr auf den Markt. Da ist es schwer, die Übersicht zu behalten. Quelle: Foto: dpa
Göttingen

Eine regionale Tradition ist zu einem internationalen Ereignis geworden: 1995 erklärte die Unesco den 23. April zum „Welttag des Buches“. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung hat sich dabei von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Über diesen Brauch hinaus hat der 23. April auch aus einem weiteren Grund besondere Bedeutung: Er ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes. Mehr als eine Million Kinder in Deutschland bekommen an diesem Tag ein Buch geschenkt. Rund um den 23. April können sich in Niedersachsen Schüler aus 4400 Klassen ihr Exemplar des Jugendromans „Lenny, Melina und die Sache mit dem Skateboard“ von Sabine Zett in ihrer örtlichen Buchhandlung abholen. Das Tageblatt hat zum Welttag des Buches einige Südniedersachsen nach dem Buch gefragt, das man unbedingt gelesen haben sollte. Acht spannende Antworten haben wir erhalten.

Welttag des Buches

Eine Aktion zum Welttag des Buches startet in der Stadtbibliothek um 9 Uhr (weitere Termine sind um 11 und 14 Uhr) mit der Veranstaltung „Große lesen für Kleine“. Schülerinnen und Schüler des Hainberg-Gymnasiums lesen in der Stadtbibliothek für Kinder in Grundschulklassen.

Im Hainberg-Gymnasiumlesen in der ersten und zweiten Pause Schülerinnen der Arbeitsgemeinschaft „SeitenEinsteiger“ in der Feltrinelli-Bibliothek des Gymnasiums aus selbstgewählten Texten vor.

Zur „Blauen Stunde“ um 17 Uhr gibt es „Zauberhafte Gute-Nacht-Geschichten“ für Eltern und Kleinkinder in der Evangelischen Familienbildungsstätte, Düstere Straße 19. Die Geschichten werden vorgelesen und gezeigt von Stefanie Selter und Gaby Mädler. Dazu gibt es ein Bilderbuchbuffet mit Käsemondhappen.

Thomas Mann: „Joseph und seine Brüder.“

Literaturwissenschaftler und Leibniz-Preisträger Heinrich Detering. Quelle: Peter Heller

Dass man ausgerechnet diesen Riesenroman unbedingt lesen müsse: das zu glauben, wird vielen Lesern schwerfallen. Aber nicht der Umfang macht den Roman (sonst stünde ja auch Tolkiens „Herr der Ringe“ noch immer ungelesen im Regal), sondern die Spannung, die Komik und die Phantasie, die Erweiterung des Horizonts. All dies liefert die abenteuerliche Geschichte des biblischen Joseph in Hülle und Fülle. Und zugleich entfaltet sie vor unseren staunenden Augen eine Geschichte der Beziehungen zwischen Gott und der Welt, zwischen Mythos und Aufklärung, Individualität und Gesellschaft (und auch an sex and crime fehlt es nicht). Man muss nur bei der ersten Lektüre nicht mit dem Anfang beginnen, dem gewaltig weit ausholenden Prolog der „Höllenfahrt“, sondern gleich mit den „Geschichten Jaakobs“. Dessen doppeltes A weist nebenbei auch darauf hin, wie sehr dem Autor daran gelegen war, die Vorgeschichte unserer Gegenwart als eine der jüdischen Bibel zu erzählen. Nur das Gründliche sei wahrhaft unterhaltend, hat Thomas Mann erklärt. Wie recht er hatte, zeigt dieses soeben in reich kommentierter Ausgabe neu erschienene Wunderwerk.

Thomas Mann: Joseph und seine Brüder, S. Fischer, 1344 Seiten, 25 Euro.

Köhlers Buchtipp: Das geheime Leben der Bäume

Der Autor gibt einen faszinierenden und spannenden Einblick in die Kommunikationswege der Bäume. Sie tauschen beispielsweise Informationen miteinander aus oder versorgen sich gegenseitig mit Nährstoffen. Das ist ziemlich beeindruckend!

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD)

Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume, Ludwig Buchverlag, 224 Seiten, 19,99 Euro.

Reuters Buchtipp: Der Morgen der Welt

Mein aktueller Buchtipp: „Der Morgen der Welt“ von Bernd Roeck, Historiker an der ETH Zürich. Der Untertitel „Geschichte der Renaissance“ greift viel zu kurz. ­Roecks „große Erzählung“ reicht von der Antike bis in die Moderne. Brillant erzählt, opulent und kenntnisreich in den Fakten und trotzdem gut lesbar erklärt er auf 1300 Seiten den europäischen „Sonderweg“ anhand von Begriffen wie Wissensentfaltung, Technikentwicklung, Innovationsfreude, Menschenrechte und Bürgerstolz – und vor allem wie eines mit dem anderen zusammenhängt. Ich halte das Werk für hochaktuell angesichts der auf den Nägeln brennenden Frage nach den westlichen Werten, die wir – wie schon lange nicht mehr – gegen Angriffe von außen und innen verteidigen müssen.

Bernhard Reuter (SPD), Landrat des Landkreises Göttingen

Bernd Roeck: Der Morgen der Welt, C. H. Beck, 1304 Seiten, 44 Euro.

Giros Buchtipp: Das beste Buch ist immer das nächste

Die Welt der Bücher ist wunderbar vielfältig, sodass es meiner Meinung nach dieses eine Buch, das jeder gelesen haben sollte, nicht gibt. Das beste Buch ist immer das nächste.“

Stephanie Giro, Gänseliesel 2017

Kohls Buchtipp: Die Tagesordnung

Éric Vuillard, Prix-Goncourt-Preisträger 2017, wirft einen neuen Blick auf das Dritte Reich und die ewige Verflechtung von Kapital und Macht. Ausgehend von einem Geheimtreffen am 20. Februar 1933 bei Göring und Hitler im Reichstagspräsidentenpalais, wo kein Vertreter der damaligen Großindustriellen fehlte, seziert Vuillard brillant und fesselnd auf etwas mehr als 100 Seiten dieses düstere Kapitel vom Aufstieg der Nationalsozialisten und der Unterstützung der deutschen Großindustrie. Der Leser bleibt beklommen und sprachlos zurück. Absolut lesenswert!

Eckart Kohl, Inhaber der Buchhandlung Calvör

Éric Vuillard: Die Tagesordnung, Matthes & Seitz Berlin, 128 Seiten, 18 Euro.

Muellers Buchtipp: Du meine Pappel im roten Kopftuch

Berührend, horizonterweiternd, eine Sprache mit starken Bildern.

Christoph-Mathias Mueller,

Chefdirigent des Göttinger

Symphonie-Orchesters

Tschingis Aitmatov:

Du meine Pappel

im roten Kopftuch, Unionsverlag, 176 Seiten, 7,95 Euro.

Wolffs Buchtipp: Ein wenig Leben

Seit Langem mal wieder ein Buch, das mich nächtelang hat durchlesen und mit dunklen Augenringen ins Büro gehen lassen. Erstmals habe ich dazu sogar auch die Funktion „mobil weiterlesen“ des gedruckten Buches genutzt, um auch in der kleinsten Pause zwischendurch zu verfolgen, wie es dem gebrochenen Helden des Buches ergeht. Eine packende Geschichte – berührend, verstörend und poetisch zugleich!

Tobias Wolff, geschäftsführender Intendant der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen

Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben, Hanser Berlin, 960 Seiten, 16 Euro.

Hilmar Becks Tipp: Entlang den Gräben

„Bücher, die man unbedingt gelesen haben sollte, könnte ich zuhauf nennen und mich nicht für eines entscheiden wollen. Nehme ich also eines der zuletzt gelesenen, die mich beeindruckten. Es ist das neue Buch von Navid Kermani, aus dem er im März in der Johanniskirche gelesen hat, musikalisch begleitet von der fantastischen ukrainischen Sängerin Mariana Sadovska. Seine Reisereportage „Entlang den Gräben“, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun, von Köln nach Osten ins Baltikum, in den Kaukasus und bis nach Isfahan, der Heimat seiner Eltern. Detailreich erzählt Kermani von fast vergessenen Regionen, Begegnungen mit einheimischen Schriftstellern und interessanten Gesprächspartnern und deren Leid und Nöten in einem von Kriegen und Katastrophen gezeichneten Gebiet.“

Kulturamtsleiter Hilmar Beck

Von Christiane Böhm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Olympia-Goldmedaillengewinner Arnd Peiffer spricht im Interview über seinen langen Weg aus dem Harz in die Biathlon-Weltspitze. Steffen Lehmker hat es in vier Jahren zum Medaillengewinner bei den paralympischen Winterspielen geschafft. Beide werden am 21. April in Clausthal-Zellerfeld feierlich empfangen.

20.04.2018

Anfangs habe Baumgärtl überlegt, ob er den Unishop auch zum Wochenende öffnen soll. Doch wie sich herausstellte, rentierte sich dies nicht. Die offiziellen Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 10 Uhr bis 17 Uhr und freitags von 10 Uhr bis 15 Uhr.

21.04.2018
Thema des Tages Brandschützer im Landkreis Göttingen - Nachwuchs für die Feuerwehren

Es könnte besser sein, große Probleme in der Nachwuchs-Förderung haben die Feuerwehren im Landkreis Göttingen aber nicht. Die Verantwortlichen engagieren sich ganz unterschiedlich dafür, dass Kinder und Jugendliche wieder mehr Lust auf Feuerwehr haben.

19.04.2018