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Thema des Tages Arzt, Journalist oder Polizist auf Probe
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00:17 30.04.2017
Schüler bei der Bundespolizei in Duderstadt - Uniformen in XS sind dort vorrätig. Quelle: Hartwig
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Göttingen

Insgesamt 24 Schüler aus neun Schulen verbrachten den „Zukunftstag“ beim Göttinger Tageblatt. Die Schüler im Alter von elf bis 15 Jahren erstellten mit Tageblatt-Redakteuren einen Text und ein Video über den Zukunftstag. „Ich möchte lernen, wie ein Zeitungsartikel entsteht“, sagt Julius vom Göttinger Felix-Klein-Gymnasium (FKG).

„Mir macht es Spaß zu lernen, wie Journalismus funktioniert“, so Simon, ebenfalls vom FKG. Vor allem die Abläufe, wie eine Zeitung entsteht, haben Henrik vom Hainberg-Gymnasium interessiert. Die Schüler nahmen nicht nur an der Themenkonferenz im Newsroom teil, sie arbeiteten an einem Video und an diesem Text über den Zukunftstag mit. Mehr als die Hälfte der jungen Gäste des Tageblatts zeigten nach dem Besuch Interesse, später einmal einen Beruf in der Medienbranche zu ergreifen.

50 Jugendliche besuchen das MPI

Zur üblichen Schulanfangszeit um 8 Uhr begann der Zukunftstag im Justus-von-Liebig-Weg. Fast 50 Schüler hatten sich das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung ausgesucht. Warum? „Mich interessieren die Themen Sterne und Universum sehr“, sagte nicht nur Jannik (11 Jahre), sondern auch Nikita (10), Henry (11), Niclas, Maxim und Florian (alle 12). Sara (12) war gerne wiedergekommen, nachdem sie das Institut bereits zur Nacht des Wissens „auf meinen eigenen Wunsch“ hin besucht hatte.„Man denkt doch viel darüber nach, was da draußen so passiert“, meinte Jannik.

Quelle: Mischke

Vorgeführt wurde den Schülern unter anderem, wie die Wärmeflüsse auf der Sonnenoberfläche ablaufen. Anhand von mit Kupferpulver angereichertem Silikonöl auf Wärmeplatten demonstrierte der Sonnenphysiker Andreas Lagg, wie sich die typischen Muster bilden, die von der Erde aus auf der Sonnenoberfläche beobachtet werden können.

Weiteres wissenschaftliches Thema: die Exoplaneten - Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Das große Interesse der Schüler am Arbeitsbereich ihres MPG, erläuterte Sprecherin Birgit Krummheuer, liege wohl auch in einer Konstante des Menschen begründet - „das Suchen von Antworten auf Fragen wie ,Sind wir allein im Weltall?‘“. Das MPG lege beim Zukunftstag aber auch Wert auf die Erklärung der handwerklichen Tätigkeiten am Institut. So wurde auch die Arbeit in den elektrotechnischen und der feinmechanischen Abteilungen erläutert.

Visite in der Versuchsanstalt

Weniger Besucher am Zukunftstag gab es in der Forstwissenschaftlichen Versuchsanstalt an der Grätzelstraße. Dafür konnte Mitarbeiter Detlev Jarchow den Wissensdurst der drei Mädchen und eines Jungen kaum stillen. Die Themen: die verschiedenen Holzarten, Schädlinge und die Spuren im Holz, die sie verursachen.

Und Mäuse: Von den unterschiedlichen ausgestopften Nagern konnten sich die jungen Besucher kaum lösen. Interessiert ließen sich Caya, Saskia, Greta und Torben auch die Sammlung der unterschiedlichsten Hölzer aus aller Herren Länder zeigen, die Jarchow seit etwa 1980 zusammengetragen hat.

Bundespolizei informiert 100 Schüler

Großen Andrang gab es am Zukunftstag bei der Bundespolizei. 100 Jugendliche von den Eichsfelder, Thüringer und Göttinger Schulen waren zum Duderstädter Standort Euzenberg gekommen. „Unsere Ausrüstung gibt es auch in der Größe XS“, erklärte Obermeisterin Vanessa Schildes, als die Schüler mit Körperschutz, Helm und Schild von Kameraden mit Tennisbällen beworfen wurden. „Da merkt man nichts“, bestätigte Achtklässlerin Maite vom Eichsfeld-Gymnasium, die schon weiß, dass sie später zur Bundespolizei möchte.

Quelle: Hartwig

In der Sporthalle wurden Fitness, Teamgeist und Vertrauensaufbau geübt. „Wir wollen auch die ernsteren Aspekte in unserem Beruf nicht verheimlichen“, erklärte Schildes. Bei den Einsätzen sei manchmal auch Mut erforderlich. Die Kameraden müssten sich da aufeinander verlassen können.

Einblicke bei Ottobock

Wer bei Ottobock am Zukunftstag teilnahm, hatte die Wahl: Neun verschiedene Stationen innerhalb des Unternehmens gaben 60 Schülern Einblicke in Handwerk, Hightech, Marketing, Design und Prothesenaufbau. „Wir haben einen Abdruck in Schaumstoff von unserem eigenen Fuß gemacht und den dann in Gips gegossen“, erklärte Siebtklässler Lasse von der Duderstädter IGS St. Ursula.

So erfuhren die Schüler einiges über die handwerkliche Basis bei der Prothesenherstellung. Im Nebenraum wurden sie über Hightech bei Prothesen wie der Myo-Hand aufgeklärt. „Für das Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt und die Göttinger IGS werden jeweils fünf Plätze für den Zukunftstag reserviert“, erklärte Jana Klingebiel als Koordinatorin. Die weiteste Anreise hatte ein Mädchen aus Oldenburg, das unbedingt zu Ottobock wollte.

Im Conti-Tech-Werk in Northeim konnten so viele Schüler wie noch nie zuvor verschiedene Berufe erkunden: 40 Kinder im Alter zwischen 10 und 14 Jahren – doppelt so viele wie 2016 – wurden in diesem Jahr in der Breslauer Straße begrüßt. „Wir freuen uns natürlich über die große Nachfrage und haben in diesem Jahr die Möglichkeiten geschaffen, um möglichst vielen jungen Menschen Einblicke in die vielseitige Arbeit der ContiTech geben zu können“, sagt Bärbel Sadek-Geipel, Personalleiterin am Standort Northeim – der größte Arbeitgeber der Region. bib, hein, ny

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Zukunftstag in Göttingen
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