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Zwölf Tipps fürs perfekte Bild

Auch mit dem Smartphone Zwölf Tipps fürs perfekte Bild

Die Kamera auf den Berg, auf Städtetour oder an den Strand mitnehmen? Wer lieber mit leichtem Gepäck unterwegs ist, kann auch mit dem Smartphone gute Bilder schießen. Und bei kniffligen Lichtverhältnissen helfen die Tipps unserer Profis

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Göttingen. Grundsätzlich gilt: Das iPhone beispielsweise hat im Vergleich zu einer Kleinbildkamera eine 28 Millimeter Brennweite – gut für Landschaftsaufnahmen bei Sonne. Bei schlechteren Lichtverhältnissen stößt es an seine Grenzen.

Damit trotzdem ein perfektes Bild entsteht, zwölf Tipps von Peter Heller:

1) Die richtige Auflösung: In den meisten Smartphones kann die Auflösung (und damit die Qualität des Fotos) eingestellt werden. Je größer die Auflösung, desto größer die Datei. Die Schattenseite: Je höher die Qualität sei, desto mehr Speicherplatz wird benötigt. Profi-Fotograf Peter Heller empfiehlt dennoch eine möglichst hohe Auflösung.

2) Der richtige Schnitt: In den Grundeinstellungen das Raster einschalten (beispielsweise im iPhone). Zum einen erleichtere das Raster, Fotos gerade auszurichten, damit der Horizont nicht in Schieflage gerät. Zum anderen empfiehlt Heller, das Hauptmotiv des Bildes an einen der Kreuzungspunkte der neun Rasterkästchen zu platzieren. Beispiel: Ein Porträt oder auch der Leuchtturm an der Küste wirken besser, wenn sie nicht frontal, sondern an einer der Linien abgelichtet werden. „Das ergibt einen schöneren Schnitt.“

3) Den Blitz im Telefon immer ausschalten: Die im Telefon eingebauten Blitze ergeben selten schöne Bilder. „Sie sind zu schwach für ein gutes Bild bei wenig Licht“, sagt Heller. Es gibt beispielsweise LED-Leuchten, die man ans Smartphone anschließen kann – geeignet für Aufnahmen im Nahbereich. Außerdem kann es im Museum oder im Theater schnell Ärger geben, wenn man blitzt. Bessere Ergebnisse im Dunklen erzielt man durch den simplen Einsatz einer Taschenlampe, mit der das Motiv ausgeleuchtet werden kann. Wenn ein Helfer dafür in der Nähe ist, umso besser.

4) Nicht zoomen: Die meisten Smartphones vergrößern beim Heranzoomen nur den Ausschnitt. Sie verfügen nicht über einen echten Zoom, sondern nur über einen digitalen. „Das Vergrößern des Ausschnitts kann man also auch später bei der Bildbearbeitung erledigen“, sagt Heller. Für ein gutes Foto sollte man also nicht auf dem Display herum zoomen, sondern laufen. Nämlich näher an das Motiv heran.

5) Tipps gegen das Verwackeln: Das Telefon nicht mit zwei Fingern balancieren sondern beispielsweise die Ellenbogen oder das Telefon irgendwo auflegen, empfiehlt Heller. Auch ein günstiges kleines Dreibein-Stativ sei nützlich, dafür braucht man allerdings eine passende Halterung für das Telefon. Hilfreich ist es auch, das Handy auf einer Mauer, einer Tasche oder etwas anderem abzustellen. In der Dämmerung oder bei Dunkelheit kann man dann das Telefon stabil aufstellen und die Selbstauslöser-Funktion aktivieren. So wackelt es beim Auslösen nicht.

Peter Heller ist seit knapp 30 Jahren für das Tageblatt unterwegs und schätzt echte Kameras - aus Smartphones holt er aber auch eine Menge raus.

Quelle: Heller

6) Immer mehrere Bilder machen: Gerade bei bewegten Motiven (fliegenden Vögeln, laufenden Menschen, spielenden Kindern und und und) ergibt es Sinn, einfach mehr Fotos als eigentlich nötig zu machen. Dafür eignet sich unter Umständen auch die Serienbildfunktion des Smartphones. Die Kamera sucht ja automatisch nach der richtigen Belichtung. Von drei, vier Bildern ist dann unter Umständen nur eines scharf. Wenn man den Auslöser längere Zeit gedrückt hält, nimmt die iPhone-Kamera Bilder in Serie auf.

7) Perspektive wechseln: Jedes Motiv kann langweilig oder spannend wirken – dabei kommt es oft auf die Perspektive an. Fotografiert man Menschen von unten, sehen sie bedrohlich und riesig aus (das ist dann die Froschperspektive), von oben sehen sie ungefährlich und klein aus (Vogelperspektive). „Den Sonnenuntergang einfach mal durch das Weinglas fotografieren“, sagt Heller. Sein Tipp: Einfach ausprobieren, „das frisst ja kein Brot“.

8) Mit dem Fokus spielen: Durch ein Tippen auf den Monitor des Smartphones kannst man ihm vorschreiben, welcher Punkt scharf gestellt werden soll. Man kann dadurch aussuchen, ob der Vordergrund oder der Hintergrund scharf gestellt sein soll. Beim iPhone kann so auch die Belichtung beeinflusst werden. Tippt man in eines der Raster-Quadrate, erscheint dort eine kleine Sonne – das Belichtungssymbol. Durch Verschieben der Sonne wird die Belichtung verändert – bis hin zur Kunst.

9) Hochformat verboten: Videos niemals, aber auch wirklich niemals im Hochformat aufnehmen.

10) Hochformat muss: Panoramabilder sind für blühende Landschaften eine hübsche Alternative – nicht nur als 360-Grad-Ansicht. Beim iPhone einfach die Panoramafunktion auswählen und das Telefon hochkant halten. Mit einem Schwenk lässt sich dann ein Panoramabild aufnehmen.

11) Gegen verrenkte Finger: Beim Selfie reicht die Armlänge mal wieder nicht und nur durch akrobatische Fingerübungen wird der Auslöser getroffen? Hellers Tipp: Die Lautstärketaste funktioniert beim iPhone auch als Auslöser und ist manchmal leichter zu erreichen.

12) Saubere Linse: Klingt selbstverständlich, aber ärgert manchmal sogar Profis: Vor dem Fotografieren checken, ob wirklich kein Staubkorn oder anderer Dreck auf der Linse klebt.

Apps für ein gutes Foto oder einfach nur zum Spaß

EnLight: Fotografieren und Bearbeiten in einem Schritt, das Menu klar gegliedert und die Funktionen vielfältig. Perspektiven lassen sich korrigieren und Montagen erstellen, wenn man mit dem Daumen geschickt wischt. Herzchen, Sternchen und Schneeflocken sind vielleicht nicht jedermanns Sache – aber auch diese Motive können leicht auf Bildern platziert werden. Von Nadine Eckermann

ProCamera: Eine App, die jede Menge kann. Beispielsweise die ISO-Einstellung verändern. Den Schwächen des iPhones bei Aufnahmen in der Dämmerung kann man mit der App entgegenwirken. Eher für ambitionierte Fotografen geeignet. Von Peter Heller

Boomerang: Nette Video-Spielerei aus der Instagram-Familie. Nimmt kurze Videosequenzen auf und lässt die in einer Schleife vor- und zurücklaufen mit teils überraschenden Ergebnissen. Clips lassen sich auf dem Phone speichern oder direkt in sozialen Medien teilen. Von Michael Brakemeier

Instants: Eine App, die Fotos aussehen lässt wie ein Polaroid-Bild aus den 70er-Jahren. Nette kleine Spielerei mit Retro-Charme. Von Peter Heller

TPE (The Photographer‘s Ephemeris): eine App, eher „für echte Fotografen“, so Peter Heller. Sie zeigt an, wann die Sonne wo am besten für ein Foto steht und wie lang die Schatten wann an welcher Kirche fallen. Von Peter Heller

Adobe Photoshop Express: Bildbearbeitungs-App, die tut, was sie soll. Gut und zuverlässig, intuitiv zu bedienen. Mit Farbfiltern, um die Fotos nach Geschmack aufzumotzen Von Michael Brakemeier

FSN Pro : „Mit dieser App kann man alles machen“, sagt Peter Heller. Eine üppige Bildbearbeitungs-App, nicht ganz preiswert aber dafür durchaus für professionelle Belange geeignet.

Blurristic: Ein nettes kleines Gimmick, das das eigene Strandfoto aussehen lässt, als hätte es ein Impressionist gemalt.

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