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Unter uns Phänologin Ute Schmidt sammelt Daten für Deutschen Wetterdienst
Thema Specials Unter uns Phänologin Ute Schmidt sammelt Daten für Deutschen Wetterdienst
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20:05 12.10.2011
Im Rapsfeld am Ortsrand von Waake: Ute Schmidt überprüft, wie weit die Pflanze ist. Quelle: BD
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Waake

Wenn es um Pflanzen geht, schaut Ute Schmidt besonders genau hin. Seit einem viertel Jahrhundert notiert sie, wie sich die Pflanzen in ihrer Umgebung im Laufe eines Jahres verändern. Ihre Beobachtungen gibt sie als Erstmelderin tagesaktuell an den Deutschen Wetterdienst (DWD) weiter. Der Dienst sammelt solche phänologischen Daten genauso wie Daten von den bundesweit aufgestellten Wetterstationen. Die Daten helfen Allergikern weiter, und sie dienen bei langzeitlichen Betrachtungen der Umwelt. „Viele Pflanzen kommen auffällig früher“, hat Ute Schmidt festgestellt – für sie ein klares Zeichen des Klimawandels.

In der Natur hat sich die Biologielehrerin im Ruhestand schon als Kind wohl gefühlt. Aufgewachsen ist sie in Harriehausen, in der Nähe des Römerlagers am Harzhorn, einem Kalkgebiet, das reich an Pflanzen ist. „Meine Liebe zu Pflanzen und auch die Kenntnis über sie ist damals schon groß gewesen“, sagt Schmidt und denkt dabei an Ausflüge, die sie zusammen mit ihrem Vater unternommen hat. Der Lehrer gab sein Wissen auf den Streifzügen durch die Natur an sie weiter. Als Studentin der Universität Göttingen kartierte sie die Region für ein Projekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde.

Heute ist der Gemüse-Garten hinter ihrem Haus am Ortsrand von Waake ihr ganzer Stolz und ausgedehnte Spaziergänge in und um Waake gehören zum Alltag dazu. Die Spaziergänge unternimmt sie auch, um Ausschau zu halten: Wie weit ist der Weizen, blühen die Apfelbäume schon oder sind die Buchenblätter herbstlich rot verfärbt? Informationen über den Raps sammelt sie gleich hinter ihrem Haus am Ortsrand von Waake, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann lebt. Der erzählt schmunzelnd: „Es kann schon mal zu mittleren Ehe-Konflikten kommen, wenn wir darüber diskutieren, ob die Buchenblätter an einem Herbsttag nun zu 50 Prozent verfärbt sind oder nicht.“ „Jeder Mensch hat einen eigenen Blick für die Natur“, weiß Ute Schmidt zu berichten.

Das Ehrenamt übernommen hatte sie spontan, in einer Zeit, als sie noch die Gemeindebücherei in Waake betreute. „Ich weiß noch wie ich beim Bürgermeister war, und die Unterlagen zufällig auf dem Tisch lagen. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt.“ Trotzdem habe sie gleich „Ja“ gesagt.

Schmidts jahrelanges Engagement wurde jetzt ausgezeichnet. Von Joachim Horn, Leiter der regionalen Messnetzgruppe Hamburg des Deutschen Wetterdienstes, bekam sie eine Wetterdienstplakette und eine Urkunde überreicht. Darüber freut sie sich zwar, etwas anderes ist ihr aber wichtiger: dass sie in ein bis zwei Jahren einen Nachfolger findet. Denn dann will sie als DWD-Phänologin aufhören.

Wer sich für eine Tätigkeit als Phänologe interessiert, kann sich an Joachim Horn wenden: Telefon 0 40 / 66 90 27 00, E-Mail an joachim.horn@dwd.de.

Von Björn Dinges

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