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Politik-Theorie und Einsatz für Menschenrechte

Beobachter auf den Philippinen Politik-Theorie und Einsatz für Menschenrechte

Im Augenblick sitzt Holger Stoltenberg-Lerche noch an der Abschlussarbeit seines Studiums. Es ist eine theoretische Arbeit in seinem Hauptfach Politik, in der es um Regelungsinstrumente für ethnopolitische Konflikte geht. Doch dieser Theorie stellt er gleich im Anschluss einen praktischen Einsatz gegenüber: Am 2. April fliegt er über Kuwait auf die Philippinen, um dort als Beobachter für eine kleine Menschenrechtsorganisation im Einsatz zu sein. Es ist die erste Asienreise des 29-Jährigen.

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Demnächst für die Menschenrechtsorganisation Ipon auf den Philippinen: Holger Stoltenberg-Lerche.

Quelle: Vetter

Schon während seines Studiums hat sich Stoltenberg-Lerche nicht nur mit seinen Fächern Politik, Ethnologie und Rechtswissenschaften befasst. Er wirkte auch drei Jahre lang in der Unicef-Hochschulgruppe mit und leitete diese zeitweise. Er wirkte als Mitherausgeber der Online-Zeitschrift „Göttingen Journal of International Law“ und gehörte zur Redaktion einer Hochschul-Zeitung für Menschenrechte, die Mitglieder von Amnesty International, der Gesellschaft für bedrohte Völker und Unicef zusammenstellten.

In der Veröffentlichung ging es um Themen wie die Arabische Charta der Menschenrechte, Moscheebau in Deutschland oder die Lage im Iran. Selbst bei einem Hobby von Stoltenberg-Lerche, der sich selbst als kulturell interessiert beschreibt, geht es letztlich um die Themen Politik, Gesellschaft und internationales Recht: Der 29-Jährige ist nämlich Fan der Science-Fiction-Fernsehserie „Star Trek“. Und in dieser gehe es letztlich auch um unterschiedliche Gesellschaftsmodelle und das Zusammenleben von Kulturen.

Ab April wird es für Stoltenberg-Lerche nun darum gehen, die Menschenrechtslage auf den Philippinen nicht aus der Ferne zu analysieren, sondern aus der Nähe zu dokumentieren und zu stabilisieren, soweit dies im Rahmen eines kleinen Projektes möglich ist. Der 29-Jährige wird für die Menschenrechtsorganisation Ipon (International Peace Observers Network) für ein halbes Jahr als Beobachter auf die Philippinen gehen. Die erst vor wenigen Jahren gegründete kleine Organisation arbeitet nach eigener Darstellung nur auf Anfrage gefährdeter Gruppen in Konfliktregionen. Der Einsatz für die Menschenrechte soll gewaltfrei durch Öffentlichkeitsarbeit erfolgen. Dabei soll in den regionalen Konflikten nicht Partei ergriffen werden.

Auf den Philippinen geht es laut Stoltenberg-Lerche vor allem um das Landreform-Programm. Dort sollen Großgrundbesitzer gegen Entschädigung Land an abhängige Kleinbauern abgeben, damit sich diese eine eigene Existenz aufbauen können. Teilweise widersetzten sich die Großgrundbesitzer jedoch, so der 29-Jährige. Antragsteller auf Land würden mit Klagen überzogen, lokale Richter bestochen, Schlägertrupps in Dörfer geschickt, teilweise würden sogar Aktivisten der Landlosen-Bewegung ermordet.

Welche Aufgaben hat Stoltenberg-Lerche in dieser Situation? „Präsenz zeigen, begleiten, beobachten, informieren und handeln“, sagt der 29-Jährige. Oft habe schon die bloße Anwesenheit von ausländischen Menschenrechtsbeobachtern einen Abschreckungseffekt. Schlägertrupps hielten sich dann fern, weil internationale Verwicklungen gefürchtet würden. Zudem gelte es, die Arbeit von Polizei und Gerichten zu kontrollieren und gegenüber staatlichen Stellen und auch der internationalen Öffentlichkeit zu dokumentieren. Der aus Neuss stammende Stoltenberg-Lerche arbeitet vor Ort aber nicht allein, sondern immer in einem kleinen Team, in dem sich auch immer Kollegen befinden, die schon einige Monate auf den Philippinen sind.

Um Geld geht es Stoltenberg-Lerche bei seinem Einsatz nicht, denn Ipon zahlt allenfalls ein Taschengeld. Wichtig sind ihm die Erfahrungen, in der Menschenrechtsarbeit und im zwischenmenschlichen Bereich.

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