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Wätzolds Woche Große Kunst
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14:30 08.10.2018
Lars Wätzold möchte am Göttinger Bahnhof ein neues Denkmal aufstellen Quelle: KRACHT
Göttingen

Ja was lese ich denn da letzte Woche im GT zu Christiane Möbus und ihrem „ironischen Kunstwerk“ am Göttinger Bahnhof anlässlich der Verleihung des Hannah-Höch-Preises an eben sie: „Dort ließ sie in Anspielung auf das Ernst-August-Reiterstandbild vor dem Hauptbahnhof in Hannover einen leeren Denkmalsockel mit der Aufschrift ‚Dem Landesvater seine Göttinger Sieben“ aufstellen“. Ach ja, den hat sie also dort aufstellen lassen? Guck an.

Wie läuft das denn in Göttingen? Kann da jeder vor dem Bahnhof ein ironisches Kunstwerk aufstellen lassen? Oder muss man sich dafür zumindest irgendwie als Künstler ausweisen können? Kann ich! Bin ich! Von deutschem Amt beschlossen; und mehr Referenz geht ja gar nicht. Deshalb werde auch ich ein ironisches Denkmal vor dem Bahnhof aufstellen lassen, das sich auf noch eindringlichere Weise mit der Gefährdung unserer Demokratie auseinandersetzt, als der leere Möbus-Sockel. Und deren Hauptursache war ja eigentlich immer schon dieselbe: Männer, die Unterdrückungsphantasien entwickeln, als Kompensation für ihre selbst empfundene, sexuelle Minderwertigkeit. Ein ganz heißes, immer aktuelles Thema also mit tiefenpsychologischem Aspekt.

165 Gramm Ei bringt die Idee

Auf die Idee gebracht hat mich übrigens der Rassehuhnzüchter Rainer Dunemann aus Hattorf, über den ich am selben Tag im GT las, dass eines seiner Amrock-Hühner ein sagenhaftes 165-Gramm-Ei gelegt hat; normalerweise wiegt so ein Ei ja gerade mal circa 60 Gramm. Es ist damit das wohl größte Amrock-Ei, das jemals in Niedersachsen gelegt wurde. Ein Riesenhammer also, denn Eier solchen Kalibers legt sonst nur das Amok-Huhn. Dieses Ei werde ich, wenn ich Herrn Dunemann von meiner Idee überzeugt habe (was aber kein Problem darstellen sollte), mit einem Hakenkreuz bemalen und plastinieren. Dann werde ich das Mega-Ei auf einem denkbar schmalen Rundsockel vor dem Bahnhof aufstellen lassen, mit der um den Sockel gewundenen Inschrift „Dem Führer sein zweites Ei“. Also, wenn ich dafür nicht mit Preisen überschüttet werde, weiß ich es auch nicht mehr.

Den Autor erreichen Sie unter redaktion@goettinger-tageblatt.de.

Von Lars Wätzold

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