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Knast mit Stil

Wätzolds Woche Knast mit Stil

Quo vadis JVA? Die städtische Hostel-Idee wurde vom angefragten EU-Fördertopf ja als nicht förderungswürdig eingestuft, weil nicht innovativ - Bologna wurde in der vorangegangenen Förderperiode nämlich mit einem sehr ähnlichen Konzept gefördert.

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Keine EU-Förderung, kein Hostel: das denkmalgeschützte ehemalige Gefängnis am Waageplatz in Göttingen.

Quelle: Heller/Archiv

(Wieso kam im Neuen Rathaus eigentlich niemand auf die Idee das mal zu googeln, bevor 20.000 Euro in eine aussichtslose Konzeptentwicklung fließen?) Nun ist wieder völlig offen, wohin sich das Projekt entwickelt. Zumal Stadtentwicklung ja nicht unbedingt heißt, dass eine Stadt das entwickelt, was sie braucht, sondern häufig etwas, wofür es gerade irgendwo Fördergelder gibt.

Die Befürchtungen der Anwohner des „Bürgerforums Waageplatz-Viertel“, die sie unter den Stichworten „Kommerzialisierung“ und „soziale Verdrängung“ vorbringen, sind begründet und ernst zu nehmen, zumal die Leute ja das ehemalige Stadtbadareal direkt nebenan haben, wo die Stadt ihre eigene Gentrifizierung unter dem Titel „Leinebogen“ selbst forciert hat. Sozialwohnungen sind da jedenfalls nicht entstanden.

Die Verwaltung beruhigt, dass im Zuge von Beteiligungsverfahren nun auch die Anwohner zu Wort kommen. „Das macht aber erst Sinn, wenn es ein Konzept gibt“, erklärt Verwaltungssprecher Johannson.

Aber ist es nicht genau umgekehrt? Sollte man sich nicht erstmal mit dem Bürgerforum zusammensetzen, und im Dialog ein Konzept entwickeln? Wenn die Stadt mit einem fertigen Konzept bei den Anwohnern ankommt, sind Konflikte doch vorprogrammiert. Denn das Bürgerforum hat ja selbst bereits Ideen entwickelt, über die es sich übrigens auszutauschen lohnt. Sozialer Wohnraum etwa wird in der Tat dringend benötigt, Ateliers und Proberäume würden der Atmosphäre des Quartiers gut tun und einen kreativen Kontrast zum gesichtslosen Plastikflair von „Leinebogen“ und „Carré“ darstellen. Was spricht denn dagegen, diese Anregungen bereits in der Konzeptionierung zu berücksichtigen? Ich erinnere mich noch, wie die Verwaltung versprach, die Bürger bei Großprojekten einzubeziehen - das hatte ich mir allerdings irgendwie anders vorgestellt. Vielleicht sollte sich das Bürgerforum einfach mal bei den Nachbarn in der „OM10“ erkundigen, wie Hausbesetzung geht.

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