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Wätzolds Woche Autos raus
Thema Specials Wätzolds Woche Autos raus
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00:31 28.05.2018
Fahrradfahrer in der Göttinger Fußgängerzone (Archivbild) Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Versuchen Sie doch einfach mal im Selbstversuch, mitten auf der Kurzen Geismarstraße zu flanieren. Es wird nicht lange dauern, bis Ihnen irgendein Pedal-Proll den Marsch bläst.

Vielleicht wissen viele aber auch gar nicht, dass es eine Fußgängerzone ist; das wissen ja sogar viele Fußgänger nicht. Vielleicht liegt diese Fehleinschätzung auch daran, dass die äußere Fußgängerzone zur Straße ausgebaut ist, sodass sogar viele Autofahrer denken, sie dürften dort fahren, was Ende März eine schwer verletzte Radfahrerin zur Folge hatte, die von einer ortsunkundigen Autofahrerin erfasst wurde, die unerlaubt und ziemlich rasant in der Fußgängerzone unterwegs war.

Bisher ging ich davon aus, dass es der Wille unserer Stadtplaner ist, die Fußgängerzone wie eine Straße aussehen zu lassen, zumal die Groner Straße im Zuge der letzten Sanierung wieder mit Fahrbahn und Bürgersteigen ausgestattet wurde. Diese Gestaltungsform hat aber nun mal zur Folge, dass Hinz und Kunz mit dem Auto fahren und mit dem Fahrrad rasen.

Umso erfreuter war ich, als ich las, dass nun auch die Verwaltung aufgrund eines von ihr beauftragten Gutachtens endlich zu dem Schluss gekommen ist, dass „zu viele Fahrzeuge durch den Bereich rollen, der eigentlich Fußgängern vorbehalten ist“. Als Reaktion darauf kündigte sie an, bestehende Einfahrtsgenehmigungen zu überprüfen. Ob diese Maßnahme aber zielführend ist, wage ich zu bezweifeln, denn das Problem scheinen doch vor allem Autos zu sein, die dort ohne jede Genehmigung unterwegs sind. Außerdem denkt die Verwaltung über die Nutzung von Pollern nach, was doch mal ein hoffnungsvoller Ansatz sein könnte. Wenn aber eine weitere Maßnahme darin besteht, „den Status der Fußgängerzone 2 noch einmal grundsätzlich zu überprüfen“, dann werde ich misstrauisch, denn das könnte ja auch zur Folge haben, dass diese Zone für den allgemeinen Verkehr freigegeben wird, was fatal wäre.

Deshalb möchte ich hier flammend ans Neue Rathaus appellieren, Autos endlich weitgehend aus der gesamten Fußgängerzone zu verbannen - da könnten doch einfach nach den Lieferverkehrszeiten die Poller hochfahren - und mittels baulicher und gern auch ordnungspolitischer Maßnahmen darauf hinzuwirken, dass sich möglichst viele Radfahrer so verhalten, wie sie sollten. Das scheint mir viel wichtiger zu sein, als die ermüdende Diskussion darüber, ob man die innere Fußgängerzone zumindest partiell für Radfahrer freigibt.

Von Lars Wätzold

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