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Wätzolds Woche Wirtschaftsteil
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13:08 07.08.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Göttingen

Klar, es sind ja auch Sommerferien und manche Stadtangestellten sind bestimmt auch hitzekrank oder vielleicht einfach selbst in Elternzeit. Jedenfalls ist die Situation so angespannt, dass einem Vater, der am 18. Juni seinen Antrag stellte, nun auf Nachfrage mitgeteilt wurde, dass die Bearbeitung seines Falles noch sechs bis acht Wochen dauern werde. Ihm sei geraten worden, auf Rücklagen zurück zu greifen, oder sich Geld zu leihen, sagte er dem Tageblatt. Nun sind die Zinsen ja wirklich so niedrig, dass es für den Mann fast egal ist, ob er nun sein Elterngeld bekommt, oder erstmal einen Kredit aufnimmt, den er dann mit dem Elterngeld wieder tilgt. Doch wenn der Vater schon Geld aufnimmt, dann sollte es allerdings ruhig etwas mehr sein als er aktuell benötigt, denn hier kommt mein ultimativer Anlagetipp: Investieren Sie in Leergut! In derselben Tageblatt-Ausgabe wird nämlich berichtet, dass bei den ersten Brauereien die Flaschen knapp werden. Nun rächt sich also, dass so viele Biermarken eine eigens designte Flasche haben, während es früher von der Algarve bis zum Ural dieselbe Euroflasche gab. Und bei der Hitze kaufen wir zwar alle wie verrückt Getränke, bringen aber nichts zurück, weil zu anstrengend. Und dank der Klimakatastrophe, die durch das nun nötige Herumkarren der leeren Flaschen durch ganz Europa noch verstärkt wird, werden die Flaschen natürlich immer knapper. Mancher Getränkehändler spricht schon vom „gläsernen Gold“.

Man bezahlt für eine Glasflasche ja acht Cent Pfand. Ich wette, dass die ersten Brauereien spätestens im September bereit sind, ihre eigenen Flaschen für zehn Cent zurückzukaufen. Zwei Cent Gewinn klingt zwar erstmal nicht viel, sind aber dann doch satte 25 Prozent. 25 Prozent! Diesen Profit macht man heute doch sonst höchstens noch mit hochriskanten Hebelzertifikaten. Leergut hingegen ist absolut krisensicher, denn gesoffen wird immer. Ich habe mir jedenfalls jetzt zwei Lagerhallen angemietet, kaufe ab morgen tausende Bierkisten und verknappe damit das Angebot noch zusätzlich. Dann trinke ich ab nach dem Frühstück soviel ich kann und verbinde so auch noch das Angenehme mit dem Nützlichen. Prost!

Von Lars Wätzold

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