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Wätzolds Woche Datensalat
Thema Specials Wätzolds Woche Datensalat
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14:53 12.04.2018
Quelle: GT
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Göttingen

 Auf dem Bild zum Artikel waren nämlich Mitglieder der „selbstorganisierten Gruupe Enby-Trans-empowerment“ zu sehen und ich rätsele bis jetzt, ob „Gruupe“ bloß ein Tippfehler ist oder ein neues, mir noch unbekanntes Geschlecht.

Vielleicht hätte dem Artikel da eine Begriffsklärung gut getan. Vielleicht bin ich aber auch der einzige Enby-Trans-empowerment-Unwissende in der Stadt, die Wissen schafft. Vielleicht geht sexuelle Selbstbestimmung aber auch einfach nur in Englisch. Klar wird nur, dass die Lebensentwürfe heute vielschichtig sind. Früher hätte es so was nicht gegeben.

Und manchmal treten dabei verblüffende Widersprüche zutage. Ein verstörendes Beispiel dafür ist Alice Weidel, mit der die Göttinger Gruupe natürlich überhaupt nichts zu tun hat. Obwohl Frontfrau der AfD, lebt sie mit einer Migrationshintergründlerin und zwei Söhnen in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft in der Schweiz. Das ist quasi so, als wenn ein schwuler Voodoo-Bigamist aus Botswana Bischof in Worms wird.

Angesichts solcher Unübersichtlichkeiten heutzutage, ist es nachvollziehbar, dass die politischen Parteien verwirrt sind und es auf persönlichen Daten abgesehen haben, um uns individuell zu beeinflussen, denn pauschale Zugehörigkeiten waren gestern. So wurde gerade bekannt, dass CDU und FDP jeweils für einen fünfstelligen Betrag Kundendaten von der Deutschen Post gekauft haben, um gezielt Wahlkampf zu machen.

Da verdient also die Post daran, dass sie unsere Daten verhökert. Das Geld kann ich aber viel besser gebrauchen (Steuerbescheid!) und deshalb möchte ich hiermit CDU und FDP meine Daten selbst anbieten; quasi als Erzeugerdirektvermarktung wie in der Landwirtschaft.

Da sind die Daten noch frisch und aktuell und vor allem glaubwürdiger. Denn woher will denn zum Beispiel ein Peter Altmaier wissen, ob sich die teuren Datensätze nicht einfach irgendein Sesselpupser im Briefzentrum Pattensen ausgedacht hat?

 Ich hingegen stelle einen aktuellen Datensatz für hundert Euro zur Verfügung. Die FDP muss allerdings hundertfünfzig zahlen, schließlich ist das die Partei der Besserverdiener.

Von Lars Wätzold

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