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Wätzolds Woche Teure Kunst
Thema Specials Wätzolds Woche Teure Kunst
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11:16 15.05.2018
Die Baugrube und das Umfeld des zukünftigen Kuquas Quelle: Christoph Mischke

Und das muss noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein, denn ob nur eine Million mehr ausreicht, ist laut Baudezernent Thomas Dienberg „Kaffeesatzleserei“. Was nun? Die ganze Sache wieder abblasen? Das kommt selbstverständlich gar nicht in die Tüte. Schließlich kann niemand was dafür; das ist quasi höhere Gewalt. Außerdem spielt Göttingen demnächst ausstellungsmäßig in einer Liga mit New York, London und Tokio. Was ist angesichts dessen schon eine Verteuerung um mickrige 20 Prozent? Die Elbphilharmonie hat sich bei den Kosten sogar verzehnfacht und die Hamburger tanzen trotzdem den ganzen Tag vor lauter Glück. Deswegen liegt die SPD auch völlig richtig, wenn sie als einzige Ratspartei klar zu dem „Leuchtturmprojekt mit bundesweiter Strahlkraft“ steht. Das strahlt doch jetzt schon wie hulle. Das sollten sich die klein karierten Krämerseelen der anderen Fraktionen mal vor Augen führen. Und auch dass der Baubeginn sich verzögert, ist gar nicht schlimm, schließlich ist Vorfreude ja bekanntermaßen die schönste Freude.

Bleibt nur zu klären, wo jetzt eine Million plus X herkommt. Da braucht es kreative Finanzierungsideen und die habe ich. Zum Beispiel könnten doch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes beim Knöllchen verteilen Sammeldosen dabei haben und während ihrer Runden durch die Innenstadt Passanten um einen Beitrag bitten (nur vielleicht nicht gerade die, denen sie unmittelbar davor eine Verwarnung unter den Scheibenwischer geklemmt haben). So ist schon manches Zirkustier durch den Winter gekommen. Oder man erhebt bei den Anwohnern in der Düsteren Straße Kunstquartierausbaubeiträge, wie es beim Straßenbau in Göttingen üblich ist; schließlich profitieren die ja am meisten vom Besuchermagneten „KuQua“. Und wenn das Geld partout nicht aufzutreiben ist - denn bei der Stadthalle droht ja dieselbe Kostenexplosion, aber da sind 20 Prozent Preissteigerung gleich über viereinhalb Millionen - dann muss eben gespart werden. Dienberg hat ja im Bauausschuss bereits vorgeschlagen, kostengünstiger zu bauen und auch bei der Inneneinrichtung gibt es sicher Einsparpotenzial. Es muss doch nicht immer alles vom Designer sein, schöne Möbel gibt es auch bei der Brockensammlung.

Von Lars Wätzold

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