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Wätzolds Woche Superwahlsonntag
Thema Specials Wätzolds Woche Superwahlsonntag
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20:35 23.09.2016
Am Sonntag geht es in die Stichwahl. Quelle: Mischke
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Auf die Stichwahl am Sonntag haben ja erfahrungsgemäß auch nur ca. 30 % Lust und so bleiben rund 70 % der Wahlbenachrichtigungen ungenutzt irgendwo liegen. Wenn man an die ran käme, könnte man einem der beiden Kandidaten glatt einen Erdrutschsieg ermöglichen.

Aber am Sonntag wird ja nicht nur der Landrat, sondern auch das neue Gänseliesel gewählt. Ob da wohl die Wahlbeteiligung höher sein wird? Auf jeden Fall ist die Auswahl der Kandidatinnen größer. Und was für tolle Namen die haben: Anna Lina, Jasmin, Moana, Laura-Sophie und wie sie alle heißen. Alle um die 20, mit langen Haaren, bildhübsch und bezaubernd lächelnd. Und die Gewinnerin darf tatsächlich ein Jahr lang bei offiziellen Anlässen einen Korb mit einer ausgestopften Gans tragen – lang lebe das Frauenbild von vorgestern!

Landratskandidaten hingegen gibt es nur zwei. Sie heißen Bernhard und Ludwig, sind beide über 50, mit langen Hosen und lächeln wie Gebrauchtwagenhändler kurz nach der Wende.

Aber jetzt mal ganz spaß- und ironiefrei: Egal, ob der künftige Landrat nun Reuter oder Theuvsen heißen wird, wichtig ist, dass er mit großem Rückhalt und somit breiter Brust die Herausforderungen des neuen Landkreises angehen kann. Und das wiederum kann nur gelingen, wenn möglichst viele von uns wählen gehen. Denn bei einer geringen Wahlbeteiligung ist auch eine absolute Mehrheit nur eine Minderheit. Und bei einer Wahlbeteiligung von 30 % fängt die Demokratie an, sich selbst abzuschaffen. Außerdem: Wer nicht wählt, darf sich hinterher auch nicht beklagen.

Also gehen Sie doch einfach an die Urne, bevor Sie sich auf dem Weg in die Stadt machen, wo man das neue Gänseliesel schon bejubeln kann, bevor man weiß, wer der neue Landrat ist.

Tageblatt-Kolumnist Lars Wätzold zieht in dieser Woche seine persönliche Sommerbilanz für 2016.

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