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Wahlempfehlung

Wätzolds Woche Wahlempfehlung

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Selten stimmte das mehr als heute, denn kaum wurde der Bundestag gewählt, ist nächste Woche schon der Landtag dran; Twesten sei Dank. Man hat allerdings das Gefühl, dass wir Wähler mittlerweile politisch etwas überreizt sind.

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Quelle: dpa

Das scheinen auch die zur Wahl Stehenden zu denken und gestalten ihre Plakate dementsprechend zurückhaltend. Die Göttinger Kandidaten Andretta, Theuvsen und Wenzel haben nur minimale Botschaften und lassen vor allem Porträtfotos für sich werben, die aussehen, als seien es Bewerbungsfotos und irgendwie sind sie das ja auch.

Nur eine Kandidatin hat uns soviel mitzuteilen, dass es kaum auf ein Plakat passt, nämlich Felicitas Oldenburg. Und die FDP-Überfliegerin ist dieses Mal nicht nur mental ganz weit vorn: Auf der Website der Göttinger FDP lässt sie es sich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass ihre Ente beim Göttinger Entenrennen den zweiten Platz belegte, während „die ´Lame-Ducksˋ der politischen Mitbewerber weit hinten waren“. Oldenburg steckt also als Quietscheentchenflüstererin Ernie aus der Sesamstraße schon mal locker in die Tasche. Seltsam, dass sie angesichts solcher Qualifikationen nicht längst im Landtag sitzt. Zumal sie darüber hinaus mit bahnbrechenden politischen Vorstellungen antritt, die so neu sind, dass ein Drittel ihres Plakates allein mit dem Wort „neu“ ausgefüllt ist. Zu Recht, denn der Slogan darunter ist politischer Sprengstoff erster Kajüte: „Umdenken! Umweltpolitik mit Mensch und Natur“. Alter Schwede - das schlicht genial! Und man fragt sich, warum da bisher noch niemand drauf gekommen ist. Denn alle anderen machen ja bekanntlich Umweltpolitik ohne Mensch und Natur. Die Frau ist einfach spitze und muss unbedingt für uns nach Hannover. Ich wette, dann wächst die liberale Turboente sogar noch über sich hinaus und hebt richtig ab. Und was uns dann erwartet, übersteigt mit Sicherheit jede politische Vorstellungskraft. Dann gibt es vielleicht bald Gesundheitspolitik mit Patient und Pfleger, Agrarpolitik mit Bauer und Trecker und vielleicht sogar Familienpolitik mit Kind und Kegel.

Von Lars Wätzold

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