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Weight-Watcher-Woche

Wätzolds Woche Weight-Watcher-Woche

Sonntag habe ich mit meinen Töchtern alte Fotos angeschaut: Ich 1992 als Backpacker in Tunesien. Und was sah ich gut aus: Holder Jüngling mit lockigem Haar. Also seufzte ich verträumt: „Goldene Jugend, wo bist du hin?“, worauf meine Große erschreckend süffisant sagte: „Du meinst wohl schlanke Jugend.“ Sehr witzig. Hatte den ganzen Tag keinen Appetit mehr.

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Quelle: dpa

Montag habe ich mich dann ganz kritisch im Spiegel betrachtet und musste zugeben, dass ich doch etwas aus der Form geraten bin. Also habe ich beschlossen, bis auf weiteres auf Hochkalorisches zu verzichten.

Dienstag saß ich dementsprechend missmutig im ICE. Zwischen Frankfurt und Mannheim sprach mich der pummelige Schaffner an: „Ihre Fahrkarte bitte.“ Ich: „Schon wieder?“ Er: „Ich bin ja erst seit Frankfurt da.“ Ich: „Dafür sind Sie aber schon ganz schön dick.“ Das fand er überhaupt nicht witzig, aber ich fühlte mich im Vergleich so schlank und gut, dass ich mir in Stuttgart eine Leckerei mit Sahne gegönnt habe, zumal man sich ja beim Abnehmen nicht zu sehr unter Druck setzen und Ausnahmen ausdrücklich zulassen soll, sonst hält man es nämlich nicht durch. Das liest man immer wieder in den einschlägigen Ratgebern!

Mittwoch habe ich mit den Kindern recht erfolgreich Pilze gesammelt und anschließend zubereitet, weil das gesund und pädagogisch wertvoll ist. Gesammelte Steinpilze pflege ich stets mit Salz und etwas Zucker in Butter zu schwenken; so behalten sie ihren typischen Geschmack. Damit das Mahl nicht so monothematisch ist und die Kinder nicht maulen, gab es dazu in Olivenöl gebratene Wachteln an Orangen-Sahnesauce und Stärkebeilage. Als die Große das Mahl sah, sagte sie altklug: „So wird das aber auch nichts mit der Strandfigur.“ Vorlautes Kind. Möchte mal wissen, von wem sie das hat! Seitdem ziehe ich instinktiv den Bauch ein, wenn sich jemand nähert.

Donnerstag war ich dann aber wirklich ganz konsequent und habe völlig auf Kohlenhydrate verzichtet. Mittags wurde ich allerdings seltsam fahrig und unkonzentriert - ich war eindeutig unterzuckert. Um überhaupt wieder arbeitsfähig zu werden, nahm ich als Akt der Vernunft erhebliche Mengen Lebkuchen zu mir. Genau in dem Moment kamen die Kinder rein und die Große sagte: „Guck mal, jetzt isst Papa schon heimlich Süßigkeiten.“ Da hat es mir gereicht und ich habe die unselige Diät beendet. Jetzt ernähre ich mich wieder ganz normal.

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Wätzold steht nicht nur auf dem Sockel, sondern auch auf der Bühne - bei der Comedy Company. mehr