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Arbeit beim Tageblatt: Löcher in den Seiten, Fotografen in Gefahr

Zeitung in der Schule Arbeit beim Tageblatt: Löcher in den Seiten, Fotografen in Gefahr

1065 Viertklässler aus 52 Schulen in der Region beteiligen sich an der Tageblatt-Aktion „Zeitung in der Grundschule“. Sie bekommen eine Woche lang die aktuelle Zeitung geliefert und arbeiten damit im Unterricht. Zusätzlich erhalten fünf Klassen die Möglichkeit, das Druckhaus zu besichtigen. Die Kinder kommen zum Tageblatt, aber das Tageblatt auch zu ihnen: Mitarbeiter der Redaktion besuchen jede der Klassen an einem Schultag. Gestern waren Jörn Barke und Michael Brakemeier in der Heinrich-Christian Burckhardt-Schule in Adelebsen und der Grundschule Herberhausen.

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Anschauungsobjekt: Adrian inspiziert in der Adelebser Grundschule die Druckplatte für eine Seite des Göttinger Tageblattes.

Quelle: Heller

Es sind nicht gerade Kuschelbär-Themen, für die sich die Viertklässler der Heinrich-Christian-Burckhardt-Schule in Adelebsen interessieren. Dies wird bei den Antworten auf die Frage  deutlich, welche Themen sie im Göttinger Tageblatt zuletzt intensiv verfolgt haben und wofür sie sich interessieren. An erster Stelle steht das blutige Familiendrama auf dem Holtenser Berg in Göttingen, bei dem der Ex-Freund eine 24-jährige Mutter und deren Sohn niedergestochen hat. 

Aber auch das Thema Unfälle ist für die Schüler interessant und die Geschichte von einem offenbar geistig gestörten Mann, der in Göttingen und der Umgebung Porno-Bilder aufklebt. Die Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga ist für die Schüler ebenfalls wichtig. Gar nicht spannend finden sie dagegen Themen aus ihrer eigenen Gemeinde, dem Flecken Adelebsen.

Seit zwei Tagen lesen die Schüler der Klasse 4b im Unterricht das Göttinger Tageblatt. Die Kinder seien „ganz begeistert“ von dem Projekt, sagt Klassenlehrerin Lydia Schirmer-Böhm. Sie bespricht mit den Schülern unter anderem, wie Nachrichten in die Zeitung gelangen. Hinzu kommen auch spielerische Aktionen: So haben die Schüler aus einer Zeitungsseite lange Papierschlangen gebastelt.

Wie die Zeitung hergestellt wird, dazu stellen die Schüler an Redakteur Jörn Barke und an den Fotografen Peter Heller Frage über Frage, fast zwei Schulstunden lang. So erfahren sie etwa, dass Journalisten natürlich auch am Wochenende arbeiten, dass sie manchmal spätabends Termine haben und manchmal – etwa bei Unfällen oder Bränden – auch mitten in der Nacht aufstehen müssen. Dafür ist der Beruf spannend und vielseitig.

Brandkatastrophe in Mexiko

Auch die Schüler aus der vierten Klasse der Grundschule in Herberhausen waren auf den Arbeitsalltag von Fotograf Jan Vetter und Redakteur Michael Brakemeier neugierig und löcherten die beiden Tageblatt-Mitarbeiter mit ihren Fragen. Tjark etwa wollte wissen, ob der Beruf des Journalisten gefährlich ist. Für die Redakteure beim Tageblatt im Normalfall nicht. Sie sind nicht den Gefahren ausgesetzt, denen etwa die Korrespondenten in Kriegs, Krisen oder Katastrophengebieten ausgesetzt sind. Wenn aber die Tageblatt-Fotografen Bilder von Unfällen auf der Autobahn machen oder von Großbränden, kann es dann doch schon einmal brenzlig werden, berichtete Fotograf Vetter. Nele interessierte sich für den Tagesablauf in einer Redaktion mit seinen Konferenzen, Terminen und Telefonaten und war überrascht, dass die Zeitung in der Nacht gedruckt wird. Eine andere Frage lässt selbst langjährige Redakteure kurz stocken: die nach den kleinen Löchern am Rand der Zeitungsseite. Diese entstehen nach dem Druck der Zeitung und nachdem sie gefalzt wurde. Dann zieht eine Kralle die Zeitungen aus der Druckmaschine. Übrig bleiben die kleinen Löcher.

Viele der Herberhäuser Viertklässler kennen das Tageblatt schon von ihren Eltern  und haben ihre Lieblingsthemen. Anton etwa liest besonders gerne den Wirtschaftsteil. Andere finden den Sportteil oder Meldungen der Polizei spannend. In den vergangenen Tagen interessierten sich die Herberhäuser Schüler am meisten für die Berichte über den mutmaßlichen Messerstecher auf dem Holtenser Berg und über die Brandkatastrophe in einem Kindergarten in Mexiko.

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