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Das sind Niedersachsens Geisterjäger

Ghostbusters kommen nach Hannover Das sind Niedersachsens Geisterjäger

Verkleidet als Geisterjäger – mit „Protonenpack“ und Geisterfalle – touren die „Ghostbusters Niedersachsen“ durch Deutschland und besuchen Conventions und Charity-Veranstaltungen. Am Wochenende besuchen die Männer die Comic Con in Hannover.

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Die "Ghostbusters Niedersachsen" haben sich ganz den Comic- und Filmhelden der 80er verschrieben.

Quelle: privat

Bettmar. Thomas Nelsen öffnet den großen „Verbannungscontainer“, innen leuchtet es bunt und blinkt. Vorsichtig schiebt er eine Geisterfalle hinein, drückt einen Knopf - und „schon ist der Geist verbannt“, sagt Nelsen. Der 36-Jährige ist Geisterjäger - wobei sein Revier nicht in New York liegt oder in den Filmstudios in Hollywood, auch wenn er den Ghostbusters-Vorbildern Bill Murray und Dan Aykroyd zum Verwechseln ähnlich sieht. Nelsen schickt den ungebetenen Gast im Keller seines Reihenhauses in Bettmar bei Hildesheim auf die Reise.

Nelsen und sein Kumpel Christian Röhrs aus Gifhorn sind Teil der Ghostbusters Niedersachsen, einer Gruppe von sechs Männern, die sich ganz den Comic- und Filmhelden der Achtzigerjahre verschrieben haben. Verkleidet als Geisterjäger - selbstverständlich mit Protonenpack und Geisterfalle - touren sie durch Deutschland und besuchen Fantreffen und Wohltätigkeitsveranstaltungen. Am Wochenende präsentieren sich die Männer auf der Comic Con auf dem Messegelände Hannover.

Dienstältester Geisterjäger ist Nelsen. Vor knapp zehn Jahren besuchte er als Ghostbuster verkleidet mit Freunden den Mainzer Karneval. „Das hat direkt gezündet“, sagt er. Schnell gründete er eine Fangruppe, die damals noch die originalen Charaktere Peter Venkman, Raymond Stantz, Egon Spengler und Winston Zeddemore nachstellte. Die Gruppe zerbrach, und Nelsen gründete die Ghostbusters Niedersachsen. Seitdem kopieren er, Röhrs, Shan Kumar, Henning Friedrichs, Oliver Dörschel und Frank Pomowski keine Vorbilder, sondern spielen sich selbst - nur eben in Geisterjägeruniformen.

Die Grenzen bei ihren Auftritten sind dabei fließend. „Wir wurden schon häufiger von Menschen angesprochen, die wirklich an Geister glauben“, sagt Nelsen und schmunzelt. Ob die Geräte denn wirklich funktionierten, wollen die Interessenten dann wissen, und ob die Geisterjäger vielleicht helfen könnten, weil es zu Hause doch spuke? Doch anders als im Film glauben die Geisterjäger aus Niedersachsen nicht an paranormale Phänomene.

Was nicht heißt, dass sie sich nicht manchmal auch einen Spaß aus den Hilfegesuchen anderer machen. „Ein Junge aus den USA hat mir über Facebook Bilder von einem benachbarten Friedhof geschickt“, erzählt Nelsen. „Mit der Bitte, sie durch das Spektrometer laufen zu lassen.“ Die Aufnahmen habe er schließlich so lange verfremdet, bis man tatsächlich glauben konnte, es wären Geister darauf zu erkennen. Den Gag hat er natürlich aufgeklärt - aber ein bisschen Spaß müsse erlaubt sein, auch wenn die Männer ihr Hobby sehr ernst nehmen.

Die Fanliebe geht sogar so weit, dass Röhr sich das Logo der niedersächsischen Geisterjäger auf die Wade tätowieren ließ. „Man muss davon überzeugt und vor allem auch begeistert sein“, sagt er. Vielleicht auch, um die Diskussionen mit den Partnerinnen auszuhalten, denn diese sind nicht immer so begeistert von dem Hobby ihrer Männer. „Zu Hause schaffe ich es nicht mal, das Wort ,Ghostbusters‘ auszusprechen, da werden schon die Augen verdreht“, sagt er und räumt ein: „Ein bisschen kann ich meine Frau da aber auch verstehen.“

Denn das Leben als Ghostbuster kostet viel Zeit: Die Requisiten müssen gebaut, die Homepage gepflegt und Termine organisiert werden. Der Aufwand lohnt sich: Die Geisterjäger sind mittlerweile in ganz Deutschland bekannt.

Doch das reicht den Männern noch nicht. Sie hoffen auf den großen Durchbruch. Ihr Ziel: bei der Deutschlandpremiere des neuen Ghostbuster-Films, der Ende Juli in die Kinos kommt, auf dem roten Teppich zu stehen.

Von Lisa Malecha

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