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Infektionen mit Klinikkeimen gehen zurück

Multiresistente Keime Infektionen mit Klinikkeimen gehen zurück

Niedersachsen verzeichnet im Kampf gegen multiresistente Keime erste Erfolge: Die Zahl der Infizierten in Krankenhäusern ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Experten warnen aber davor, sich darauf auszuruhen.

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Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD)

Quelle: Foto (Archiv): dpa

Hannover. So wurde im Jahr 2010 bei 25 Prozent aller Patienten, bei denen im Krankenhaus eine bakterielle Infektion festgestellt wurde, der multiresistente Erreger MRSA diagnostiziert. 2015 waren es nur noch 18 Prozent. „Damit sind wir auf einem richtig guten Weg“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt am Rande einer Fachtagung der MRE-Netzwerke in Niedersachsen. Diese regionalen Netzwerke wurden in den vergangenen zehn Jahren aufgebaut, um den Kampf gegen multiresistente Erreger (MRE) unter anderem zwischen Ärzten, Kliniken, Apotheken und regionalen Behörden zu koordinieren.

Die bessere Verbindung der Akteure untereinander sei ein wichtiger Baustein für den Rückgang der MRSA-Rate, sagte Matthias Pulz, Präsident des Landesgesundheitsamts. Wesentlich sei aber die Verbesserung der Klinik-Hygiene sowie die routinemäßigen Tests bei Risikopatienten in den Krankenhäusern gewesen, sagt Gerhard Bojara, Koordinator des MRE-Netzwerks im Kreis Osnabrück. Dadurch habe man MRSA-Patienten entdecken und isolieren können, die noch vor zehn Jahren unentdeckt geblieben wären und in der Folge weitere Menschen angesteckt hätten. Bojara warnte vor zu früher Euphorie: „Das Problem ist nicht erledigt und es wird auch nie ganz erledigt sein.“

Ein Problem sehen die MRE-Experten bei den niedergelassenen Ärzten, die oft schwerer zu erreichen seien. Es müsse eine Pflicht zur Fortbildung, einen Antibiotika-Führerschein geben, damit Ärzte nicht mit dem Wissen ihres Studiums ein ganzes Berufsleben lang weiterarbeiten würden, so Bojara. „Wir bereiten gerade Schulungen für niedergelassene Ärzte und Ärztinnen vor“, sagt Professor Wilfried Bautsch, Mikrobiologe im Städtischen Klinikum Braunschweig. Es komme leider auch heute noch sehr häufig vor, dass Antibiotika in Praxen unnötig verschrieben werden, etwa bei akuter Bronchitis. Das könne ohne Nachteil für die Patienten vermieden werden.

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