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Erstochene Frauen stammen aus Peine

Opfer in Hurghada Erstochene Frauen stammen aus Peine

Die beiden am Freitag im ägyptischen Ferienort Hurghada erstochenen deutschen Frauen stammen aus Niedersachsen. Am Nachmittag bestätigte das niedersächsische Innenministerium entsprechende Informationen. Beide Opfer kommen aus der Nähe von Peine. Über das Motiv des Täters besteht noch Unklarheit.

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An diesem Zugang zum Strand stach der 29-Jährige auf die Touristen ein. Zwei deutsche Urlauberinnen starben dabei.

Quelle: dpa

Hannover. Bei dem Messerangriff am Freitag hat ein 28 Jahre alter Student am Strand des Badeortes Hurghada zwei Frauen erstochen und vier weitere Menschen verletzt. Das niedersächsische Innenministerium bestätigte  Informationen der HAZ, dass beide Opfer aus Niedersachsen kommen.

Laut dem ehemaligen deutschen Honorarkonsul von Hurghada stammten beide aus der Nähe von Peine. Sie hätten immer wieder für mehrere Wochen in dem Ferienort gelebt. Beide seinen auch zu den Treffen der großen deutschen Gemeinde gekommen. Eine gemeinsame Bekannte habe die Opfer dann am Freitag identifiziert, sagt Ely. Er selbst habe die Opfer auch gekannt.

„Die Nachricht von dem heimtückischen Messerattentat im ägyptischen Badeort Hurghada, dem am gestrigen Freitag zwei Frauen aus Niedersachsen zum Opfer gefallen sind, macht mich sehr betroffen“, sagte dazu Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach Angaben eines Sprechers der Staatskanzlei. „Es ist immer wieder unbegreiflich, warum Täter derart sinnlose Gewalttaten gegenüber friedlichen Menschen ausüben. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer, denen ich viel Kraft wünsche. Ich gehe davon aus, dass die ägyptischen Behörden alles Notwendige unternehmen.“

Das Motiv ist unklar

Der Messerangreifer im ägyptischen Badeort Hurghada hat vor seiner Tat mit seinen beiden Opfern Deutsch gesprochen. Aus ägyptischen Sicherheitskreisen verlautete am Samstag, der 28 Jahre alte Täter habe sich zu den beiden deutschen Frauen gesetzt und mit ihnen gesprochen, bevor er sein Messer gezogen und sie angegriffen habe. Die beiden deutschen Frauen wurden getötet.

Nach der Bluttat lief der Mann ins Hotel und verletzte zwei weitere Touristinnen, bevor er wieder ins Meer flüchtete, um zu einem weiteren Strand zu schwimmen. Dort soll er weitere zwei Touristen verletzt haben, bevor er von Hotelangestellten gestoppt und der Polizei übergeben werden konnte.

Der Täter stammte nach Angaben aus Sicherheitskreisen aus der Region des Nildeltas, Kafr asch-Schaich, wo er an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Al-Aszhar-Universität studierte. Die Universität war in den vergangenen Monaten wegen ihrer mutmaßlich radikalen Lehre in die Kritik geraten.

Bei den Vernehmungen der Ermittlungsbehörden habe er sich auf das islamische Recht der Scharia berufen, berichtete die private ägyptischen Zeitung „Al-Shorouk“ (Sonntag) unter Berufung auf informierte Kreise. Der Mann offenbare die Ideologie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Auswärtiges Amt: Gezielter Angriff

Die Motive des Täters waren am Samstag weiterhin unklar. Der Mann wurde in Kairo verhört, wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Polizei befragte auch Hotelmitarbeiter, um die Ereignisse nachvollziehen zu können.

Das Auswärtige Amt war zuvor von einem gezielten Angriff auf Touristen ausgegangen und hatte erklärt: „Nach allem, was wir wissen, sollte die Tat ausländische Touristen treffen – ein besonders hinterhältiger und verbrecherischer Akt, der uns traurig, bestürzt und wütend zurücklässt.“ Der Mann soll der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angehört haben. Er habe mit den Extremisten über das Internet in Kontakt gestanden und von ihnen den Auftrag erhalten, Ausländer anzugreifen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Sicherheitskreisen in Kairo.

Mitarbeiter der Deutschen Botschaft Kairo seien vor Ort und stünden mit den ägyptischen Behörden in Kontakt. Mit Blick auf die Opfer fügte die Sprecherin hinzu: „Unser tiefempfundenes Beileid gilt in diesen schweren Stunden ihren Familien und Freunden.“

sbü/ran/dpa

Anschläge in Ägypten

18. April 1996 : Im Eingangsbereich eines Kairoer Hotels erschießen vier mutmaßliche Aktivisten der Gamaa Islamija 18 griechische Reisende. Ihr eigentliches Ziel sollen Israelis gewesen sein.

18. September 1997 : Neun Deutsche und der ägyptische Fahrer sterben bei einer Bombenattacke auf einen Touristenbus vor dem Ägyptischen Museum in Kairo.

17. November 1997 : Mitglieder der Terrorgruppe Gamaa Islamija erschießen vor dem Hatschepsut-Tempel in Luxor 58 Urlauber und mehrere Polizisten. Unter den Toten sind 36 Schweizer und vier Deutsche.

7. Oktober 2004 : In den Sinai-Badeorten Taba und Ras al-Schaitani gehen nahezu gleichzeitig mehrere Sprengsätze hoch. Unter den 34 Toten sind zwölf Israelis.

7. April 2005 : Ein Motorradfahrer wirft in der Altstadt von Kairo einen Sprengsatz in ein Geschäft des Basars Chan al-Chalili. Bei der Explosion werden ein Amerikaner, zwei französische Staatsbürger und der Attentäter tödlich verletzt.

23. Juli 2005 : Bei der Explosion von drei Sprengsätzen im Badeort Scharm el Scheich werden 66 Menschen getötet, vor allem Ägypter. Unter den Toten sind auch mehrere ausländische Touristen, darunter zwei Briten, ein Italiener und ein Tscheche.

24. April 2006 : Bei einer Anschlagsserie im Badeort Dahab kommen mindestens 22 Menschen ums Leben, darunter auch ein zehnjähriger Junge aus Baden-Württemberg.

19. September 2008 : 19 Teilnehmer einer Wüstensafari, darunter fünf Deutsche, werden über den Sudan und Libyen in den Tschad verschleppt. Zehn Tage später kommen alle Geiseln frei.

22. Februar 2009 : Auf dem Basar Chan al-Chalili explodiert eine Bombe. Eine französische Touristin stirbt, 25 Menschen werden verletzt.

31. Oktober 2015 : Ein russischer Airbus stürzt nach dem Start vom Badeort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel ab. Alle 224 Insassen kommen ums Leben. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekennt sich zu dem Anschlag, der mit einer Bombe an Bord ausgeführt wurde.

8. Januar 2016 : Beim Angriff eines Mannes mit Messern auf ein Touristenhotel im Badeort Hurghada werden drei Urlauber verletzt.

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