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Umweltministerium ehrt Tierfilmer Heinz Sielmann

Saal für großen Naturfreund Umweltministerium ehrt Tierfilmer Heinz Sielmann

Ein Asteroid trägt schon seinen Namen, auch eine Umweltstiftung in Duderstadt. Nun soll noch ein Saal im Umweltministerium in Hannover dazukommen. Am Donnerstag will dort Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel den großen Versammlungsraum in seinem Hause in „Heinz-Sielmann-Saal“ benennen.

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„Sielmann hat Bewusstsein gebildet“: Der Dokumentarfilmer im Jahr 2002.

Quelle: Patrick Pleul

Hannover. Am Donnerstag will Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel den großen Versammlungsraum in seinem Hause in „Heinz-Sielmann-Saal“ benennen. „Der Vorschlag kam von meinen Mitarbeitern“, sagt Wenzel.

Mit Sielmann sind ganze Generationen groß geworden. Seine Sendung „Expeditionen ins Tierreich“ lief 16 Jahre lang im Fernsehen - bis 1991. Für den in Amerika abgedrehten Film „Die Hellstrom-Chronik“ erhielt Sielmann sogar einen Oscar als Dokumentarfilmer. In England beeindruckte Sielmann mit seinem Film über Spechte („Die Zimmerleute des Waldes“) so sehr, dass ihn die Briten „Mr. Woodpecker“ nannten. In diesem Jahr wäre der in Rheydt (Mönchengladbach) geborene und in Ostpreußen aufgewachsene Sielmann 100 Jahre alt geworden. Auch ein Anlass für Wenzel, den Niedersachsen sehr verbundenen Tierfilmer, Produzenten und Autor zu ehren, der 1994 die Heinz-Sielmann-Stiftung in Duderstadt gegründet hatte.

Auch vor Bedrohungen gewarnt

Die Ehrung des Naturfilmers soll am Donnerstag im Rahmen eines Neujahrsempfanges in Hannover geschehen. „Sielmann hat nicht nur über die Schönheit der Natur, sondern auch über deren Bedrohungen berichtet und so Bewusstsein gebildet“, sagt Wenzel. Insofern sei seine Arbeit stark mit der des Umweltministeriums verwandt. Sielmanns besonderes Engagement habe dem Naturschutzprojekt an der innerdeutschen Grenze gegolten. Das „Grüne Band Deutschland“ sei inzwischen ein europäisches Projekt.

Für bemerkenswert hält Wenzel, dass der Naturfilmer Sielmann in seinen Frühzeiten einen Assistenten hatte, der es in den Siebziger- und Achtzigerjahren als Kunstprofessor zu Weltruhm brachte - der Bildhauer Joseph Beuys. Der habe Sielmann nicht nur die Kamera geschleppt, sondern mit Kunstrufen gekonnt Tiere angelockt, die Sielmann dann ablichten konnte, berichtet Wenzel. Sielmann hatte Beuys während des Zweiten Weltkriegs kennengelernt.

Für Niedersachsen kündigte Wenzel verstärkte Anstrengungen im Natur- und Artenschutz an, etwa durch Förderung des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000. In Niedersachsen existiere eine akute Bedrohungslage. „Das Artensterben ist keineswegs gestoppt“, sagt der Minister: „11 000 Arten aus der Pflanzen- und Tierwelt stehen auf der Roten Liste, 45 Prozent davon sind gefährdet, 6 Prozent sind ausgerottet.“ Sehnsucht nach Natur- und Wildniserfahrungen lasse sich nicht allein mit Videos bedienen - auch nicht im Sielmann-Jahr.

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