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Richter muss fünf Jahre ins Gefängnis

Verkaufte Jura-Examen Richter muss fünf Jahre ins Gefängnis

In der Affäre um verkaufte Jura-Examen in Niedersachsen ist der angeklagten Richter zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Richter soll Nachwuchsjuristen Prüfungslösungen für bis zu 20.000 Euro angeboten und zum Teil auch verkauft haben. Anfang Januar hatte er ein Geständnis abgelegt.

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Der Angeklagte (Mitte) steht neben seinen Verteidigern Johannes Altenburg (l.) und Oliver Sahan (r.).

Quelle: Philipp Schulze/dpa (Archiv)

Lüneburg. Weil er Prüfungslösungen für Jura-Staatsexamen verkauft hat, ist ein Richter in Lüneburg zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht befand den ehemaligen Referatsleiter im niedersächsischen Landesjustizprüfungsamt am Donnerstag der Bestechlichkeit, der versuchten Nötigung und des Verrats von Dienstgeheimnissen für schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche eine Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine Strafe von höchstens elf Monaten.

Abschlüsse von 2000 Juristen überprüft

Der Richter soll Nachwuchsjuristen Prüfungslösungen für das entscheidende Zweite Staatsexamen für bis zu 20.000 Euro angeboten und zum Teil auch verkauft haben. Anfang Januar hatte er ein Geständnis abgelegt. Er habe den Referendaren helfen wollen, sagte er damals. „Mit den Taten hat der Angeklagte das niedersächsische Prüfungswesen verraten und verkauft“, sagte Oberstaatsanwalt Röske.

Rund 200 Sonderprüfer des Justizministeriums hatten die Abschlüsse von 2000 Juristen untersucht. In 15 Fällen wurden Verfahren zur Aberkennung des Staatsexamens eingeleitet, gegen die Betroffenen wird gesondert verhandelt.

Der Richter war im vergangenen Jahr Ende März in Mailand verhaftet worden, er hatte eine geladene Pistole und 30.000 Euro in bar dabei. „Ich weiß, dass mein Verhalten kriminell war“, erklärte er in seinem Schlusswort. „Es tut mir aufrichtig leid.“

dpa/zys

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Prozess um Jura-Examen
Foto: Der Angeklagte Jörg L. (M) steht neben seinen Verteidigern Johannes Altenburg (l) und Oliver Sahan (r).

In der Affäre um verkaufte Jura-Examen in Niedersachsen wird es eng für den angeklagten Richter. Die Staatsanwaltschaft will Jörg L. für mehrere Jahre hinter Gitter bringen. Die Verteidigung hält die Forderung für zu hoch. „Die niedersächsische Justiz hasst Herrn L.“, sagte sein Verteidiger Oliver Sahan am Donnerstag.

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