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Brüder sollen auf Cousins eingestochen haben

Blutiger Streit unter Kurden Brüder sollen auf Cousins eingestochen haben

Ein blutiger Streit zwischen zwei kurdischen Familienclans beschäftigt das Landgericht. Zwei Brüder sollen in Döhren mit Messern auf vier Männern und eine Frau eingestochen und sie zum Teil lebensgefährlich verletzt haben. Die beiden Angeklagten behaupten, dass sie sich nur verteidigt hätten. 

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Müssen sich wegen versuchten Totschlags in fünf Fällen verantworten: Die Brüder Bülent und Erhan E. (v. l.). 

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Ein blutig ausgetragener Streit zwischen zwei kurdischen Familienclans beschäftigt seit Montag das Landgericht Hannover. Zwei Brüder sollen Anfang Januar in Döhren mit Messern auf vier Männer und eine Frau eingestochen und sie dabei zum Teil lebensgefährlich verletzt haben. Die beiden Angeklagten erklärten jedoch am ersten Tag vor Gericht, sie seien zuerst angegriffen worden und hätten sich lediglich verteidigt.

Auf den Vorsitzenden Richter Wolfgang Rosenbusch, seine Kammer und die Vertreterin der Staatsanwaltschaft wartet keine einfache Aufgabe. Denn der Ursprung des Streits, der die Clans inzwischen entzweit hat, liegt weit in der Vergangenheit. Am Tag der Eskalation vor einem Mehrfamilienhaus in der Helmstedter Straße war eine Vielzahl von Personen vor Ort. Allein die Beteiligten auseinanderzuhalten, erfordert ein hohes Maß an Konzentration.

Bülent E. soll Ehefrau geschlagen haben

Die Brüder Bülent und Erhan E. sollen für den Messerangriff verantwortlich sein. Sie sitzen seit der Tat in Untersuchungshaft. Um dem Verfahren gegen sie folgen zu können, benötigen sie eine Dolmetscherin vor Gericht. Bülent E. hatte 2011 seine Cousine ersten Grades geheiratet und war mit ihr ein Jahr später nach Deutschland gekommen. Er soll seine Ehefrau regelmäßig geschlagen haben und sich nicht um die gemeinsame, schwer kranke Tochter gekümmert haben.

Schließlich zog die Ehefrau mit der Tochter aus der gemeinsamen Wohnung aus und kam bei ihrer Familie in Garbsen unter. „Sie wollte sich von ihrem Mann scheiden lassen, aber das wollte er nicht wahrhaben“, sagt Rechtsanwalt Selcuk Bulut, der die Ehefrau vertritt.

An jenem 5. Januar wollte Hashim E. - ein Bruder der Gepeinigten und gleichzeitig der Cousin der beiden Angeklagten - den ältesten Bruder von Bülent E. in dessen Wohnung in Döhren zur Rede stellen. Dabei sollte vor allem der Frage nachgegangen werden, wie denn die Ehre der Familie der Ehefrau wiederhergestellt werden könnte. Doch das Gespräch mündete in einen Streit. Beide Männer riefen ihre Brüder zur Unterstützung in die Helmstedter Straße.

Messerstecherei auf offener Straße

Auf offener Straße kam es dann zu der Messerstecherei. „Ich bring dich um, du Schwein“, soll Erhan E. gerufen habe, als er auf einen seiner Cousins einstach, später soll er gefragt haben: „Warum stirbst du nicht?“.

Doch auch die Gegenseite war offenbar nicht unvorbereitet zu dem Treffen gefahren. Am Tatort stellte die Polizei nicht nur das Taschenmesser und das Küchenmesser der beiden Brüder sicher, sondern auch mindestens ein weiteres Messer, einen Teleskopschlagstock, einen 57 Zentimeter langen Metallstab und einen 50-Zentimeter-Holzschlagstock.

Die beiden Angeklagten präsentierten am Montag vor Gericht aber eine vollkommen andere Geschichte. Nicht sie seien die Angreifer gewesen, sondern sie seien von ihren Cousins attackiert worden und hätten sich lediglich verteidigt. Dennoch scheinen sie zu ahnen, dass sie in dem Verfahren keine besonders guten Karten haben: Die Männer haben fünf Anwälte als Verteidiger engagiert. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

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