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So viel Spaß macht Süd-Shaolin-Fitness am Maschsee

"Sport im Park" So viel Spaß macht Süd-Shaolin-Fitness am Maschsee

HAZ-Serie Ausprobiert: Bei „Sport im Park“ können Teinehmer kostenlose Kurse an öffentlichen Orten besuchen – unser Autor Philipp Westphal hat sich an Süd-Shaolin-Fitness am Maschseeufer versucht.

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Quelle: Villegas

Hannover. Wer bei „Sport im Park“ mitmachen will, muss erstmal eine Entscheidung treffen. Aus mehr als 50 verschiedene Sportarten gilt es, die richtige auszuwählen. Süd-Shaolin-Fitness klingt exotisch und weckt mein Interesse. Was genau sich hinter dem Begriff verbirgt, weiß ich als Kampfsport-Laie nicht. Die Beschreibung im Programmheft hilft mir auch nur bedingt weiter: Grundübungen der Choy-Lei-Fat-Boxkunst sollen durchgeführt werden. Was genau mich erwartet werde ich wohl erst vor Ort erfahren.

Treffpunkt ist die Maschseequelle. Kostenlos und ohne Anmeldung. So ist die Idee hinter Sport im Park. Das senkt die Hemmschwelle für die Teilnahme, sorgt bei mir allerdings auch für eine gehörige Portion Nervosität, als es am Morgen meines ersten Besuchs in Strömen regnet und ich nicht weiß, wer und ob mich jemand am Treffpunkt erwartet. Drei Teilnehmerinnen und Trainer Hugo Cádenas lassen sich vom miesen Wetter aber nicht abschrecken. Das Training wird einfach unter das Dach der alten Pumpenanlage verlegt.

Mehr Spaß macht das Ganze unter freiem Himmel. Das stelle ich bei meinem zweiten Besuch fest. Es bleibt trocken und wir können auf einem kleinen Anleger trainieren. Auffällig: Beide Male sind nur Frauen da. Woran das liegt? „Frauen sind bei dem schlechten Wetter einfach härter im Nehmen“, sagt Trainer Cárdenas lachend. Über den Stadtsportbund Hannover hat er von Sport im Park erfahren und sich entschieden, mitzumachen. Normalerweise trainiert er auf fortgeschrittenem Niveau Kurse beim Bildungsverein und im buddhistischen Glaubenszentrum Pagode.

Das Programm unterscheidet sich bei meinen beiden Teilnahmen nicht grundlegend. Es ist voll auf Einsteiger ausgelegt. Im Laufe der Einheit lernen wir zuerst eine kurze Choreografie. Die besteht aus einer Mischung von fließenden, weichen Bewegungen und schnellen, harten Schlägen, die man aus verschiedenen asiatischen Kampfsportarten kennt. Für diese Form des Kung-Fu sei sie aber besonders typisch, erklärt der Trainer.

Als der Bewegungsablauf sitzt, wird noch ein wenig zu zweit geübt. Es gilt, abwechselnd einfache Angriffe zu blocken. Dabei geht es locker zu, für einen lustigen Spruch ist unser peruanischer Meister immer zu haben. Ins Schwitzen kommt man zwischendurch schon. Insgesamt ist das Programm aber auch für die älteren Teilnehmerinnen gut zu schaffen.

Hugo Cádenas ist geduldig und nimmt sich die Zeit, allen Teilnehmern die richtige Ausführung der Techniken beizubringen. In Limas Chinatown ist er zum asiatischen Kampfsport gekommen. „Weil ich in der Schule immer verprügelt worden bin“, wie er ganz nüchtern erzählt. Von diesem ernsten Hintergrund merkt man im Training nichts. Die 45-minütige Einheit vergeht wie im Flug. Danach fühle ich mich zwar nicht wie Bruce Lee, habe aber Lust auf den Sport bekommen. Sport im Park hat also seinen Zweck voll und ganz erfüllt.

Das ist "Sport im Park"

„Sport im Park“ ist ein kostenloses Angebot der Stadt Hannover. 2016 gab es im Stöckener Bewegungspark zunächst eine Testphase mit einer Aktion pro Woche. Die verlief so erfolgreich, dass in diesem Jahr zwischen Juni und August im gesamten Stadtgebiet mehr als 50 Sportangebote ohne Anmeldung ausprobiert werden können. Die Auswahl reicht von Klassikern wie Fußball und Jogging über Fitness­trends wie Capoeira bis hin zu exotischen Angeboten wie dem Harry-Potter-Sport Quidditch. Mit einer Bonuskarte können besonders eifrige Teilnehmer kleine Präsente vom Halstuch bis zur Regenjacke sammeln. In den nächsten Jahren soll das Angebot in Hannover etabliert werden.
Interessierte finden das gesamte Programm als PDF-Datei auf www.hannover.de.     

Von Philipp Westphal

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