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Motorpsycho versinken im Soundbrei

Konzert in der Faust Motorpsycho versinken im Soundbrei

Mit The Tower hat die Band Motorpsycho ein fantastisches neues Album auf den Markt gebracht. Das Konzert in der proppevollen 60er Jahre der Faust ließ demgegenüber leider einiges zu wünschen übrig - zu sehr versanken die Melodien im Soundbrei der zu weit aufgerissenen Gitarrenverstärker.

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Impressionen vom Konzert von Motorpsycho in der 60er Jahre Halle der Faust.

Quelle: Michael Wallmueller

Das Schlagzeug ist ein Instrument, das von Haus aus eine gewisse Durchsetzungskraft und Lautstärke mit sich bringt. Wer die Felle und Becken zudem mit einer derartigen Wucht bearbeitet, wie Motorpsychos Drummer Tomas Järmyr am Sonnabend in der Faust, sollte sich eigentlich Gehör verschaffen können.

Doch beim Auftritt der norwegischen Rocker in der proppevollen 60er Jahre Halle reißen die Bandkollegen ihre Verstärker der Gibson und Fender Gitarren derartig weit auf, dass die Trommeln kaum durchdringen. Den Gesang von Motorpsycho-Mastermind Bent Sæther kann man stellenweise nur erahnen, zu sehr versinken die Melodien im Soundbrei. Für Filigranes, wie es das neue, fantastische Album The Tower durchaus zu bieten hat, ist an diesem Abend kaum Platz. Der Tontechniker an den Reglern des Mischpultes ist auf Brachial-Sound eingestellt. Die für Motorpsycho sonst so typische Verschmelzung zwischem frühem Hard Rock, Folk-Elementen und Jazz fällt dem zum Opfer. Dabei geben sich die Musiker auf der Bühne, alle Mühe, ihr Publikum zu begeistern.

Das Set beginnt vielversprechend mit dem neuen Song A.S.F.E. um dann anschließend mit Mountain tief in die weit verzweigte Bandgeschichte einzutauchen. Die Band hat auf der Bühne riesige Scheinwerfer aufstellen lassen, die regelmäßig den Saal erleuchten. Im Hintergrund illustrieren schwarz-weiße Comic-Filme die Songs des Abends.

So geht es durch die insgesamt 15 Songs des Auftritts. Einem neuen Stück folgt in der Regel eine ältere Komposition. Dazwischen ausufernde Soli auf der Gitarre oder den Keyboards. Und wessen Ohren am Ende des Konzerts noch nicht vollständig zugedröhnt waren, der wurde bei der Zugabe mit Vortex Surfer belohnt - dem wohl bekanntesten und beliebtesten Song der Band vom 1998er Doppel-Album Trust us.

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