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Kritik an VW bei Feinstaub-Diskussion

Umweltschutz Kritik an VW bei Feinstaub-Diskussion

Bei einer Diskussion im Rathaus zum Thema Feinstaub am Dienstagabend hat sich Prof. Jürgen Leohold von der VW-Autouni viel Kritik anhören müssen. Aktivisten störten zeitweise die Wortbeiträge Leoholds. Herzchirurg Prof. Axel Haverich wies auf die Gesundheitsgefahr durch Feinstaub hin.

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Aktivisten kritisieren VW bei einer Diskussion im Rathaus über Feinstaub.

Quelle: Andreas Schinkel

Hannover. "Man kann durch Feinstaub sterben", macht Haverich den rund 150 Zuhörern im Mosaiksaal klar. Es komme auf die Dosierung an, aber es sei möglich, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt durch die Mikropartikel zu erleiden. "Wir können das nicht herunterreden", sagt der Herzspezialist. In seinem Vortrag präsentiert er mehrere Studien, die die Gesundheitsgefahr belegten.

Die Mikropartikel bestehen aus Ruß und metallischen Stoffen, die unter anderem bei Bremsvorgängen von Fahrzeugen entstehen. Um Feinstaub zu bekämpfen, müsse die Zahl der Autos verringert werden, meint Prof. Leohold von der VW-Autouni. Wie Fahrzeuge effektiver genutzt werden können, wie sich Mobilität verändern kann, damit weniger Autos unterwegs sind, macht Leohold mithilfe eines Animationsfilms deutlich. "VW zeigt eine heile Welt", heißt es spöttisch aus dem Publikum.

Während des Vortrags laufen Aktivisten mit Mundschutz durch den Saal, halten eine VW-Fahne hoch und rufen: "VW ist das Problem." Später gelingt es Moderator Prof. Christoph Klimmt, die Demonstranten in die Diskussion einzubinden. "Wann will VW endlich Partikelfilter einbauen?", fragt einer der Aktivisten. Darauf will Leohold nicht antworten.

Wie das Problem zum Teil botanisch gelöst werden könnte, stellt der Geobotaniker Prof. Richard Pott dar. Er erklärt, dass Moose bis zu 100 Prozent Feinstaub filtern können. Wie Mooswände im Stadtgebiet eingesetzt werden können, müssten Stadtplaner klären, sagt Pott. Ein Allheilmittel seien die Pflanzen auch nicht.

Während der Diskussion steht auch Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) in der Kritik. "Was wollen Sie sofort und konkret tun, um meine Gesundheit zu schützen?", fragt einer der Aktivisten. Tegtmeyer-Dette listet auf, was die Stadtverwaltung bisher unternommen hat, um den Feinstaub zu bekämpfen. Vor allem die Umweltzone habe viel gebracht , sagt sie.

Tatsächlich hält Hannover die Grenzwerte für die Feinstaub-Konzentration ein. Ein Problem ist Stickstoffdioxid, dessen Werte deutlich über den zulässigen Grenzen liegen. Aber auch hier gilt der Fahrzeugverkehr, vor allem von Dieselmotoren, als Hauptverursacher.

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