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Erstmals Hells Angels in Niedersachsen verboten

Nach Durchsuchungen Erstmals Hells Angels in Niedersachsen verboten

Ermittlungen gegen Mitglieder der Hells Angels hat es bereits häufig gegeben. Doch die Vereine waren davon bislang unberührt. Am Freitagmorgen wurde zum ersten Mal ein Charter der Hells Angels in Göttingen verboten.

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Erstmals wurde ein Rockerclub in Niedersachsen verboten.

Quelle: dpa/Symbolbild

Adelebsen . "Es ist gut, dass es in Niedersachsen erstmals gelungen ist, einem Verein die Begehung von Straftaten polizeilich nachzuweisen. Das ist ein wichtiger Schritt in der Bekämpfung der Rockerkriminalität", sagte Landespolizeipräsident Uwe Binias. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittele in einem Fall von räuberischer Erpressung, in dessen Zentrum der Anführer des Göttinger Hells-Angels-Charters sowie mehrere Mitglieder stehen.

Die Ausbeute der Polizei war groß: "Es war die Ladung eines 7,5-Tonners", die man allein im Clubhaus sichergestellt hatte, sagte Binias. Neben Computern, Laptops und USB-Sticks fanden sich auch Hieb- und Stichwaffen wie Macheten, Butterfly-Messer und Schlagringe. Auch einige Deko-Schusswaffen wurden konfisziert, bei einigen werde noch geprüft, ob sie auch als scharfe Waffen einsetzbar waren. "Wir haben auch Reste von Betäubungsmitteln, also Drogen gefunden", sagte Binias. Auch sechs Motorräder, darunter fünf der Marke Harley-Davidson wurden konfisziert, weil sie dem Vereinsvermögen zugerechnet wurden.

Der Anführer des Göttinger Charters sitzt bereits in Haft, die weiteren 14 Clubmitglieder wurden bei den Durchsuchungen angetroffen, allerdings nicht festgenommen. Widerstand gegen die Maßnahmen gab es nicht. "Es lief alles sehr friedlich ab", sagte Binias.

Die Folge sei, dass der Verein jetzt aufgelöst sei, auch Nachfolgeorganisationen dürften nicht gegründet werden. Nach dem Verbot gebe es noch zehn Rockerclubs in Niedersachsen, darunter in Wolfsburg, Hildesheim, Celle und Bassum. In Südniedersachsen gebe es aber nun keinen Rockerclub mehr, sagte der für Rockerkriminalität zuständige Referatsleiter im Innenministerium, Axel Brockmann.

Heiko Randermann

Hintergrund: Verbote von Hells-Angels-Clubs in Deutschland

Seit 1983 sind bundesweit mehrere Ortsclubs der Rockergruppe Hells Angels, sogenannte Charter oder Chapter, verboten worden. Auch von anderen Motorrad-Rocker-Organisationen wurden Ortsgruppen aufgelöst. Das Bundesinnenministerium verfügte im Juli 2013 mit dem Verbot der Gruppe Gremium MC in Sachsen erstmals die Auflösung eines kompletten Regionalverbands.

Verbote von Ortsgruppen der Hells Angels:

Oktober 1983: Das Bundesinnenministerium verbietet den Hells Angels Motor Club (MC) Germany Charter Hamburg.

Dezember 2000: Das nordrhein-westfälische Innenministerium erlässt ein Verbot gegen die Hells Angels in Düsseldorf.

April 2010: Schleswig-Holstein verbietet die Hells Angels in Flensburg.

Juni 2011: Das baden-württembergische Innenministerium spricht ein Verbot aus gegen die Pforzheimer Rockergruppe Hells Angels MC Charter Borderland und ihren Unterstützerclub Commando 81 Borderland.

September 2011: Das hessische Innenministerium verbietet die Ortsclubs Hells Angels Frankfurt und Westend (Frankfurter Stadtteil).

Januar 2012: Schleswig-Holstein verbietet die Hells Angels in Kiel.

April 2012: Das nordrhein-westfälische Innenministerium verfügt die Auflösung des Vereins Hells Angels MC Cologne in Köln.

Mai 2012: Die Hells Angels Berlin City müssen sich auflösen.

Juni 2013: Bremens Innensenator verbietet die Hells Angels in der Hansestadt.

Juli 2013: Das Brandenburger Innenministerium verbietet den Verein Hells Angels MC Oder City und die Unterorganisation Oder City Kurmark.

Oktober 2014: Erstmals wird in Niedersachsen ein Rockerclub verboten - die Hells Angels in Göttingen.

dpa

 

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Foto: Durchsuchung und Schließung des Hells-Angel-Clubhauses in Adelebsen. Die Hells Angels-Symbole am Eingang wurden übermalt.

Mit dem Hells-Angels-Spuk in Adelebsen ist es vorbei: Nach einem Verbot des Hells Angels MC Chapter Göttingen durch das niedersächsische Innenministerium durchsuchte die Polizei am frühen Freitagmorgen den Hells Angels-Treffpunkt in der Langen Straße in Adelebsen und stellte etliche Gegenstände sicher.

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