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Göttinger Menschenrechtler befürchten neue Gewaltwelle in Nigeria

Folgen der Auseinandersetzungen Göttinger Menschenrechtler befürchten neue Gewaltwelle in Nigeria

Menschenrechtler warnen vor einer neuen Spirale der Gewalt im Kampf gegen die islamistische Sekte Boko Haram in Nigeria.

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Menschenrechtler warnen vor einer neuen Spirale der Gewalt im Kampf gegen die islamistische Sekte Boko Haram in Nigeria.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Die Zivilbevölkerung im Nordosten des Landes leide massiv unter den Folgen der sich verschärfenden Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und Polizei, Armee sowie paramilitärischen Bürgerwehren, sagte der Afrikaexperte der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, am Freitag in Göttingen.

Während Boko Haram in neu eroberten Städten das islamische Recht der Scharia mit ihren grausamen und menschenverachtenden Strafen einführe, Christen ermorde, vertreibe und Kirchen niederbrenne, seien 16 angebliche Unterstützer der Terrorbewegung im Gewahrsam der Sicherheitskräfte erschossen worden. Die Verantwortlichen für diese mutmaßliche Vergeltungsaktion müssten vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden, um eine weitere Gewalteskalation zu verhindern.

"Im Kampf gegen Boko Haram dürfen die Gesetze Nigerias und internationale Menschenrechtskonventionen nicht missachtet werden", betonte Delius. "Mit größter Besorgnis" verfolge die Menschenrechtsorganisation die Pläne von Boko Haram, im Nordosten Nigerias ein Kalifat zu errichten. Die islamistische Terrorbewegung habe bereits zwei Dutzend Städte unter ihre Kontrolle gebracht. Gouverneur James Ngilarie befürchte, die Terroristen könnten seinen Bundesstaat Adamawa überrollen. Die zweitgrößte Stadt von Adamawa, Mubi, sei bereits in der vergangenen Woche von Boko Haram erobert worden.

Nach gezielten Morden an Christen seien alle überlebenden Angehörigen aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen. Mubi sei von den Islamisten in "Stadt des Islam" umbenannt worden. Die Stadt Gwoza im Bundesstaat Borno habe den Namen "Haus der Weisheit" erhalten. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker wird in allen von Boko Haram kontrollierten Gebieten die Scharia eingeführt. So seien in Mubi bereits zehn des Diebstahls Beschuldigten die Hände amputiert worden. Außerdem sei es schon zu Auspeitschungen und Steinigungen gekommen.

dpa

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