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Vier Ortsvereine der Hells Angels lösen sich auf

Verbote gegen Rocker Vier Ortsvereine der Hells Angels lösen sich auf

Verbote gegen Niedersachsens Rocker zeigen offenbar Wirkung: Vier Ortsvereine der Hells Angels lösen sich auf. Weitere könnten folgen. Die Behörden sehen darin einen Erfolg ihres Drucks. Sie vermuten aber, dass es nun zu Neugründungen kommen könnte.

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Quelle: Archivfoto

Hannover. Die Rocker-Szene in Niedersachsen ist im Wandel: insgesamt vier der zehn Ortsvereine ("Charter") der Hells Angels haben sich vergangene Woche nach Beobachtung des Landeskriminalamtes (LKA) aufgelöst. "Wir bewerten das sehr positiv", sagte ein LKA-Sprecher am Dienstag. Er führte das auf den "Kontrolldruck der Behörden" zurück und meinte: "Unsere Arbeit hat sich ausgezahlt." Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, die Charter aus Celle, Walsrode, Hildesheim und Pattensen wollten so der Beschlagnahme des Vereinsvermögens zuvorkommen.

Weitere Clubs könnten folgen. Den Hells Angels gehörten bisher in Niedersachsen rund 120 Mitglieder an. Das LKA vermutet, dass viele Angehörige nun die Clubzugehörigkeit wechseln oder neue Ortsvereine gründen werden. Im Kampf gegen die Rockerkriminalität in Niedersachsen war Mitte Oktober erstmals ein Club der Hells Angels in Göttingen verboten worden. Hintergrund war ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der versuchten Erpressung, unter anderem gegen den Anführer des Clubs.

Rund 330 Polizisten hatten dabei 16 Gebäude in Niedersachsen durchsucht und neben schweren Motorrädern auch Schlagringe, Messer, Kutten, Drogen, Computer, Handys und Laptops beschlagnahmt. Die Hells Angels in Hannover mit ihrem derzeit in Spanien in Untersuchungshaft einsitzenden früheren Chef Frank Hanebuth hatten sich 2012 selbst aufgelöst und konnten damit ihr Vermögen retten. Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte noch im September im Landtag von Anzeichen gesprochen, dass Rocker-Gruppierungen verstärkt nun auch abseits ihrer Aktivitäten im Bereich der organisierten Kriminalität in "scheinlegalen Bereichen Fuß zu fassen" versuchten.

Das schließe Immobiliengeschäfte ebenso ein wie Versicherungen. Sowohl im Land als auch unter den Bundesländern gebe es aber eine enge Zusammenarbeit der Behörden, um gegen Rockeraktivitäten vorzugehen. Hinter den Kulissen spinnen sie zudem weiter die Fäden. Niedersachsen wie auch mehrere andere Bundesländer verboten zudem Symbole und Abzeichen der Hells Angels und ähnlicher Clubs - selbst entsprechende Tätowierungen müssen abgedeckt werden.

Auch das Tragen ihrer berüchtigten Kutten mit den entsprechenden Symbolen wurde den Hells Angels verboten. Anfang April hatte das Oberlandesgericht Hamburg Insignien der Rockergruppe - darunter den Totenkopf mit einer Schwinge - zu Kennzeichen einer verbotenen Vereinigung erklärt.

dpa

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