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Anschlag in Paris: Polizei sucht zweiten Verdächtigen

Paris Anschlag in Paris: Polizei sucht zweiten Verdächtigen

Am Donnerstagabend erschoss ein Angreifer mit einem Sturmgewehr mitten in Paris einen Polizisten, zwei weitere wurden dabei verletzt. Präsident François Hollande ist überzeugt, es handele sich um einen Terrorakt. Jetzt sucht die Polizei einen zweiten Verdächtigen.

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Auf Fernsehbildern waren zahlreiche Polizeifahrzeuge auf den Champs-Élysées zu sehen.

Quelle: AP

Paris . In Paris hat es unmittelbar vor der französischen Präsidentschaftswahl einen tödlichen Angriff auf Polizisten gegeben. Auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées kam es am Donnerstagabend zu einer Schießerei, bei der ein Beamter getötet wurde. Zwei weiterere Polizisten wurden verletzt. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizeipräfektur am Donnerstagabend. Der Angreifer sei „neutralisiert“ worden. Der Mann ist der Polizei zufolge vorher als Extremist bekannt gewesen und war laut Angaben der Staatsanwaltschaft mit einem Sturmgewehr bewaffnet.

Die französische Polizei sucht im Zusammenhang mit dem Anschlag nach einem zweiten Verdächtigen. Das sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet dem Radiosender Europe 1. Der Verdächtige sei von beglichen Behörden ausgemacht worden. Inwiefern der Mann mit dem Anschlag zu tun hat, ließ Brandet offen.

Angreifer bereits wegen versuchten Totschlags verurteilt

Der am Donnerstag getötete Angreifer ist bereits in der Vergangenheit wegen einer Attacke auf Polizisten verurteilt worden. Der 39-Jährige hatte im Jahr 2005 eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren wegen versuchten Totschlags erhalten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Er hatte demnach in Seine-et-Marne bei Paris versucht, einen Polizisten, einen Polizeischüler und dessen Bruder zu töten. Es war zunächst unklar, einen wie großen Teil dieser Strafe der Verdächtige verbüßt hatte.

Inzwischen hat die Terrormiliz Islamistischer Staat (IS) die Tat für sich reklamiert. Bei dem Angreifer handele es sich um einen Kämpfer des IS, berichtete das IS-Sprachrohr Amak und benannte den Mann als Abu Jussuf al-Beldschiki („Der Belgier“). Bei ähnlichen Verlautbarungen wurden die Angreifer häufig „Soldaten“ der Terrormiliz genannt. Die Nachricht konnte zunächst nicht unabhängig auf ihre Echtheit überprüft werden. Sie wurde aber über die Kanäle verbreitet, über die der IS in der Vergangenheit auch ähnliche Anschläge für sich beansprucht hat - etwa nach den Attacken in Ägypten oder London.

Terrorverdacht nach tödlichen Schüssen

Nach den Worten des französischen Präsidenten François Hollande spricht einiges für einen Terrorakt. „Wir sind überzeugt, dass die Spuren (...) terroristischer Art sind“, sagte Hollande am späten Abend nach einem Krisentreffen im Élyséepalast. Die Pariser Antiterror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Bei der Schießerei auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées ist ein Polizist getötet worden, zwei weitere Beamte wurden verletzt. Das sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, am Donnerstagabend im Sender BFMTV.

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Innenministerium spricht von einem Täter

Die Attacke ereignete sich gegen 21 Uhr. Der Angreifer hatte vor einem Fahrzeug neben einem Mannschaftswagen der Polizei gehalten, war ausgestiegen und hatte das Feuer eröffnet. Er tötete einen Polizisten, rannte anschließend über den Bürgersteig und schoss dort auf weitere Beamte, zwei von ihnen wurden schwer verletzt. Nach Zeugenaussagen gehen die Ermittler von einem Täter aus, sagte Brandet. Erste Erklärungen von Brandet deuteten auf eine bewusste Attacke der Ordnungskräfte hin: „Nach Zeugen-Aussagen wurden Polizisten anvisiert“, erklärte er.

Die Polizei evakuierte den besonders bei Touristen beliebten Boulevard Champs-Élysées und sperrte das 8. Arrondissement im Herzen der Hauptstadt weitläufig ab. Auch die nahegelegenen U-Bahnstationen wurden geschlossen. Ein großes Polizeiaufgebot sicherte die Zone.

Die Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Anti-Terrorstaatsanwalt François Molins drohte ein Anschlag in den nächsten Tagen.

Die Sicherheitsmaßnahmen waren daraufhin verstärkt worden. Innenminister Matthias Fekl hatte bereits angekündigt, dass die Präsidentenwahl an diesem Sonntag von 50.000 Polizisten und Soldaten geschützt werden soll. Die entscheidende Stichwahl ist für den 7. Mai geplant.

Razzia in Wohnung des Angreifers

Trotz der Terrorgefahr setzten die Kandidaten ihren Wahlkampf fort. Am Donnerstagabend traten die elf Kandidaten beim Fernsehsender France 2 nacheinander zu Kurzinterviews auf. Beim ersten Wahlgang wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Rechtspopulistin Marine Le Pen mit dem Mitte-Links-Kandidaten Emmanuel Macron erwartet.

Nach Angaben der Agentur Reuters wurde die Wohnung des getöteten Angreifers durchsucht, der bereits polizeilich bekannt war.

Trump kondoliert nach „schrecklichem Vorfall“

US-Präsident Donald Trump sprach Frankreich sein Beileid aus. „Es sieht nach einem weiteren Terroranschlag aus“, sagte Trump am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni in Washington. Trump sprach weiter von einem „schrecklichen Vorfall“ und fügte hinzu: „Wir müssen stark und wachsam sein.“ Auch Gentiloni kondolierte dem französischen Volk.

Frankreich befindet sich seit den Pariser Terror-Anschlägen im November 2015 im Ausnahmezustand. Mehrmals votierte das Parlament für dessen Verlängerung, zuletzt bis zum 15. Juli und damit weit über die Präsidentschaftswahlen hinaus. Die bei Touristen beliebten Champs-Élysées gehören zu den ständig und besonders bewachten Orten.

Mehrmals wurden in der Vergangenheit Polizisten und Soldaten Ziel von Angriffen. Mitte März war ein Mann am Pariser Flughafen Orly beim Versuch, patrouillierende Soldaten anzugreifen, getötet worden. Im vergangenen Jahr ermordete ein Mann ein Polizistenpaar, der sich zu der Terror-Organisation Islamischer Staat bekannt hatte.

Bislang hatten die Themen Sicherheit und Terror-Gefahr eine untergeordnete Rolle im französischen Wahlkampf gespielt – die wirtschaftliche Situation des Landes sowie die Haltung zur Europäischen Union überwogen. Kurz vor der ersten Wahlrunde an diesem Sonntag könnte sich dies nun noch drehen.

Von dpa/AP/RND/Birgit Holzer/abr/are

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©dpa

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