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Bush und McCain attackieren Trump

US-Republikaner Bush und McCain attackieren Trump

Eine bedrückende Woche in der amerikanischen Innenpolitik neigt sich dem Ende entgegen. Am Montag nutzte John McCain eine Feierstunde, um eine flammende Rede gegen die Regierung von Donald Trump zu halten. Und am Donnerstagabend legte George W. Bush nach, um Amerika vor einem Marsch in eine völlig falsche Richtung zu warnen.

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Übt scharfe Kritik an der Politik Trumps: George W. Bush während seiner Brandrede in New York.

Quelle: dpa

Washington. In den vergangenen neun Jahren war Bush Junior von der politischen Bühne weitestgehend verschwunden. In aller Ernsthaftigkeit beschäftigte sich der 43. Präsident mit der Malerei, um in eine völlig andere Welt einzutauchen – und seine alte Welt vielleicht ein Stück weit zu vergessen. Die aktuelle Staatskrise lässt ihm aber wohl keine andere Wahl, als sich eindeutig zu positionieren. Wenn viele Amerikaner erschüttert zuschauen, wie die Bundespolizei FBI gleich reihenweise allerhöchste Regierungsvertreter zum Verhör bittet, und sich der Justizminister selbst für befangen erklärt, will auch Bush nicht schweigend abseits stehen.

Dem 71-Jährigen, der durch den leichtfertigen Irak-Krieg eine schwere Bürde auf sich geladen hat und nur mühsam aus diesem Schatten treten kann, gelang es am Donnerstag (Ortszeit) tatsächlich, die politische Landschaft aufzurütteln. Ohne den Namen Trump auch nur ein einziges Mal zu erwähnen, kommt seine Kritik an der gegenwärtigen Regierung einer Vernichtung gleich.

„Wir haben gesehen, wie Patriotismus in Nativismus deformiert wurde, haben die Dynamik vergessen, die Einwanderung immer nach Amerika gebracht hat“, sagt Bush. Das Vertrauen in den Wert freier Märkte schwinde, und es werde vergessen, dass Konflikt, Instabilität und Armut dem Protektionismus folgen. „Wir sehen die Wiederkehr isolationistischer Gefühle und vergessen, dass die amerikanische Sicherheit direkt von Chaos und Verzweiflung entfernter Orte gefährdet wird.“ Es habe eine Ära der Engstirnigkeit und der Verschwörungstheorien begonnen. Um sich gegen diese Tendenzen zu wehren, empfiehlt Bush eine Rückbesinnung: „Um unser Land zu erneuern, müssen wir uns nur unserer Werte erinnern.“

Auch dürften Mobbing und Vorurteile nicht selbstverständliche Teile der Politik werden: „Der einzige Weg, bürgerliche Werte weiterzugeben, ist, sie vorzuleben“, so Bush in seiner Rede, die er am Donnerstagabend in New York hielt.

Auch McCain teilt gegen Trump aus

Ganz ähnlich klingt auch John McCain. Der Altmeister der amerikanischen Außenpolitik wurde in Philadelphia für sein Lebenswerk geehrt und nutzte die Feierstunde, um mit Blick auf Washington Klartext zu reden:

Die Führungsrolle Amerikas zu verweigern und einem unausgegorenen und aufgesetzten Nationalismus zu folgen, sei das Gegenteil von Patriotismus. Diese Gesinnung stamme von Leute, „die lieber Sündenböcke suchen als Probleme lösen“. Und unter dem Applaus seiner Gäste setzte McCain hinzu: „Dieses Land wurde aus Idealen gemacht, nicht aus einer Blut-und-Boden“Ideologie. Wir sind die Wächter diese Ideale, daheim und im Ausland.“

Erwartungsgemäß ließ die Reaktion des Präsidenten nicht lange auf sich warten. Schon wenige Stunden nach McCains Rede sagte Trump dem Hörfunksender WMAL: „An irgendeinem Punkt schlage ich zurück, und das wird nicht hübsch.“

Ob der Chef des Weißen Hauses auch seinen Vor-Vorgänger Bush attackiert, dürfte sich an diesem Wochenende zeigen. Aber ganz gleich, wie Trump reagiert: Die tiefe Spaltung seiner Partei über den grundsätzlichen Kurs Amerikas kann er nicht leugnen.

Von Stefan Koch/RND

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