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20 Zivilisten bei Beschuss in Mariupol getötet

Raketen treffen Wohnviertel 20 Zivilisten bei Beschuss in Mariupol getötet

Die Kämpfe in der Ostukraine erreichen wieder die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol. Bei Raketenbeschuss eines Wohnviertels sterben Zivilisten. Kiew dringt auf internationale Hilfe.

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Bereits am 20. Januar waren Geschütze in Sartana, einem Dorf unweit von Mariupol, eingeschlagen.

Quelle: Sergej Vaganov

Mariupol. Nach der Ankündigung einer Großoffensive der prorussischen Separatisten in der Ostukraine sind beim Beschuss eines Wohnviertels in Mariupol mindestens 20 Zivilisten getötet worden. Das sagte ein Behördensprecher der Agentur Interfax zufolge am Samstag. Mehr als 80 Menschen seien verletzt worden, teilte die Verwaltung der Hafenstadt am Asowschen Meer mit. Ukrainische Medien zeigten Bilder von brennenden Autos und einer schwarzen Rauchsäule über einem Vorort von Mariupol. Das Militär und die Aufständischen machten sich gegenseitig für den Angriff verantwortlich. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk forderte eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrats zur Lage im Osten des Landes.

Die neue Gewalteskalation untergräbt Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konflikts. Seit einem Krisentreffen der Außenminister Deutschlands, Russlands, der Ukraine und Frankreichs am Mittwoch in Berlin hat sich die Lage im Bürgerkriegsgebiet verschärft. Dutzende Zivilisten wurden getötet. Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats in Kiew, Alexander Turtschinow, warf Russland vor, moskautreue Separatisten bei dem Angriff auf den Vorort von Mariupol unterstützt zu haben. Russland hatte ähnliche Anschuldigungen in der Vergangenheit zurückgewiesen. Die Aufständischen sprachen von einer Provokation der prowestlichen Führung in Kiew. Sie hätten keine Geschütze mit einer entsprechenden Reichweite in der Gegend stationiert, hieß es. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) schickte nach eigenen Informationen Beobachter zur Überprüfung des Vorfalls nach Mariupol.

Die OSZE forderte ein sofortiges Ende der Kämpfe in Wohngegenden sowie den Abzug schwerer Waffen, wie ihn Vertreter der ukrainischen Führung und der moskautreuen Separatisten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbart hatten. Die OSZE sei zu Vermittlungen bereit, hieß es. Die Aufständischen hatten neue Gespräche in Minsk jedoch zunächst abgelehnt. Ihr Anführer Alexander Sachartschenko sagte, er wolle nur noch mit Präsident Petro Poroschenko sprechen. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben seit April 2014 mehr als 5000 Menschen getötet.

dpa

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©dpa

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