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Mohammed-Karikaturen erschweren Kampf gegen Taliban in Pakistan

Aufwind für Extremisten Mohammed-Karikaturen erschweren Kampf gegen Taliban in Pakistan

Um den blutigen Terror zu besiegen, versucht Pakistan die Taliban zu isolieren. Doch die Mohammed-Karikaturen aus "Charlie Hebdo" geben den Extremisten wieder Aufwind.

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Die Mohammed-Karikaturen aus "Charlie Hebdo" geben den Extremisten wieder Aufwind.

Quelle: dpa

Islamabad . Das Massaker von Peshawar, bei dem radikale Talibankämpfer im Dezember mindestens 136 Schulkinder töteten, erschütterte Pakistan bis ins Mark.

Alle religiösen Gruppen des Landes und sogar Teile der Taliban verurteilten die Bluttat. Das half der Regierung, eine neue Strategie gegen die Gewalttäter zu entwickeln, die darauf abzielte, die Extremisten zu isolieren. Doch nach den Mohammed-Karikaturen in der neuesten Ausgabe der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" scheint der Anti-Taliban-Konsens schon wieder zu bröckeln.

"Der Angriff von Peshawar hat die gesamte religiöse, politische und militärische Führung gegen die Extremisten vereint, die eine Bedrohung für unsere Zukunft sind", sagt der Analyst Hussain Shaheed Soherwardi. Die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen aber gibt den radikalen Gruppen nun wieder Aufwind, die ersehnte breite politische Front gegen die Taliban bekommt Risse.

Rückschlag für Pakistans Bemühungen

Dutzende religiöse und politische Gruppen gingen nach den jüngsten Freitagsgebeten auf die Straße, um die Beleidigung des Propheten, die die Karikatur in ihren Augen darstellt, zu verurteilen. Zwei dieser Gruppen - Jamaat-i-Islami und Jamiat Ulema-i-Islam - sind bekannt dafür, dass sie Sympathien für die Taliban hegen. Im Parlament verweigerten sie die Zustimmung zu einem Gesetz, das es erlaubt, Extremisten von Militärgerichten aburteilen zu lassen.

Der Sicherheitsexperte Fida Khan sagt, dass die Aufregung im Namen des Islams zu einem sehr kritischen Zeitpunkt kommt. "Es ist ein Rückschlag für Pakistans Bemühungen, die religiösen und politischen Gruppen zusammen zu bringen. Es wird die Aufmerksamkeit vom Kampf gegen die Militanten ablenken", sagt Khan.

Der Regierung bläst der Wind ins Gesicht, und um die Strenggläubigen zu besänftigen, ließ sie am Donnerstag vom Parlament eine Resolution gegen das französische Blatt verabschieden. Eisenbahnminister Saad Rafique sagte dabei, es handele sich um eine "Verschwörung". Antiislamische Elemente im Westen seien in die Veröffentlichung des gotteslästerlichen Materials verwickelt.

Karikaturen als Akt des Terrors

Soherwardi meint, die "Verschwörungstheorien" und die Kritik an Europa und den USA passten zur Propaganda der Islamisten, die durch diese religiösen Demonstrationen Auftrieb erhielten. Die Führer der Proteste nutzen dies bereits, um vom Kampf gegen die gewalttätigen Gruppen in Pakistan abzulenken.

"Pakistans Führer sollten wissen, dass der größte Akt des Terrors die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten ist", sagte der Islamistenführer Hafiz Saeed, auf dessen Ergreifung die USA zehn Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt haben, seinen Anhängern am Freitag bei einer Kundgebung in Lahore.

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©dpa

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