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Geiselnahme östlich von Paris

Jagd auf Charlie-Hebdo-Attentäter Geiselnahme östlich von Paris

In einer Druckerei in Dammartin-en-Goële östlich von Paris hat es eine Geiselnahme gegeben. Sie ereignete sich nach einer Verfolgungsjagd und Schießerei zwischen der Polizei und den Charlie-Hebdo-Attentätern. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Urheberschaft für das Attentat für sich reklamiert.

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Ein Hubschrauber kreist über der Druckerei, wo die Geiselnahme stattgefunden hat.

Quelle: afp

Paris. Bei den Geiselnehmern in einer Druckerei 50 Kilometer nordöstlich von Paris handelt es sich nach den Worten von Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve um die beiden Attentäter, die am Mittwoch den blutigen Anschlag auf die Satire-Zeitung " Charlie Hebdo" verübt haben sollen. "Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu neutralisieren", sagte Cazeneuve.

Laut der Zeitung Le Figaro soll in der Firma eine Geisel festgehalten werden. Außerdem sollen Verhandlungen mit den Geiselnehmern begonnen haben. Der französische Innenminister bestätigte, dass es einen Einsatz gebe. Die Gemeinde Dammartin hat ihre Bewohner aufgefordert, wegen des Anti-Terroreinsatzes die Häuser nicht zu verlassen. Kinder blieben in den Schulen und würden dort gesichert, hieß es am Freitag auf der Internetseite des Ortes.

Wegen der Geiselnahme in der Nähe des Pariser Flughafens Charles de Gaulle werden eine Reihe von Flügen umgeleitet. "Aus Vorsicht" würden die Flugzeuge nicht mehr auf der Nordpiste des Flughafens landen, sondern auf der Südpiste, sagte ein Flughafensprecher. "Die Starts werden hingegen auf der Nordpiste in der Nähe von Dammartin aufrechterhalten."

Zuvor war es auf der Nationalstraße 2 in der Nähe der 8000 Einwohner zählenden Gemeinde Dammartin-en-Goelle zu einer Verfolgung und Schießerei gekommen – etwa eine halbe Stunde von der Gegend entfernt , in der die mutmaßlichen Attentäter gesucht wurden. Bei dem Schusswechsel mit der Polizei habe es aber keine Verletzten gegeben, sagte ein Sprecher des Pariser Innenministeriums. Die Terroristen seien auf dem Weg nach Paris gewesen.

Update: Der Anti-Terror-Einsatz nordöstlich von Paris spitzt sich dramatisch zu: Die Polizei belagert den Unterschlupf der Terroristen. Doch die schwerbewaffneten Islamisten haben mindestens eine Geisel in ihrer Gewalt.

Verdächtiger für Mord an Polizistin identifiziert

Unterdessen hat die Polizei den mutmaßlichen Mörder einer Polizistin identifiziert, die am Donnerstag hinterrücks erschossen worden ist. Zwei Menschen aus dem "sehr nahen Umfeld" des Verdächtigen seien bereits festgenommen worden, verlautete am Freitag aus französischen Ermittlerkreisen. In Montrouge südlich von Paris hatte ein Mann am Donnerstagmorgen - einen Tag nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" mit zwölf Toten - eine Polizistin erschossen und einen Mann schwer verletzt.

Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Freitag, die Ermittlungen zu der Bluttat in Montrouge kämen "voran". Nach Informationen französischer Medien sollen sich die Festgenommenen und die beiden mutmaßlichen Angreifer auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" kennen.

IS kündigt Attentatsserie an

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" als Start einer größeren Terrorkampagne mit weiteren Angriffen in Europa und den USA bezeichnet. "Wir haben mit der Operation in Frankreich begonnen, für die wir die Verantwortung übernehmen", sagte der IS-Prediger Abu Saad al-Ansari nach Angaben von Anwesenden beim Freitagsgebet in einer Moschee der nordirakischen Stadt Mossul. "Morgen werden es Großbritannien, die USA und andere sein." Die Drohung gelte für alle Länder des Bündnisses, das Luftangriffe auf den Islamischen Staat fliege.

Attentäter bei Al-Kaida ausgebildet

Eiskalt und brutal gingen die mutmaßlichen „Charlie Hebdo“-Attentäter vor. Die Grundlage dafür soll sich zumindest einer der beiden in einem Al-Kaida-Ausbildungslager geholt haben. Trotz großangelegter Suche bleiben die Brüder unauffindbar.

Einer der beiden mutmaßlichen Attentäter auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ hat nach US-Medienberichten ein Ausbildungslager der Terrorgruppe Al-Kaida durchlaufen. Said Kouachi - der ältere der beiden verdächtigen Brüder - sei 2011 einige Monate bei einem Al-Kaida-Ableger im Jemen im bewaffneten Kampf ausgebildet worden, berichteten der Fernsehsender CNN und die „New York Times“. Die französischen Sicherheitsbehörden konzentrierten die Suche nach dem Duo zuletzt auf eine ländliche Gegend etwa 80 Kilometer nordöstlich von Paris. Doch auch fast 48 Stunden nach dem Anschlag mit zwölf Toten blieben die Brüder unauffindbar.

Alles zu dem Attentat auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo lesen Sie hier.

Dass der 34-jährige Said eine Terrorausbildung absolviert habe, sei auch auf den Videos der Attacke zu erkennen, schrieb die „New York Times“ unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter. In der Zeitung und bei CNN hieß es weiter, auch die USA hätten Said und seinen Bruder Chérif (32) im Visier gehabt. Die beiden Franzosen standen demnach auf einer No-Fly-Liste, was ihnen Flüge in die USA verwehrte. US-Geheimdienste versuchten derzeit herauszufinden, ob der Al-Kaida-Ableger im Jemen den Anschlag in Paris befohlen hat. Bisher gebe es aber keine Hinweise darauf.

Nach dem Fund von Molotow-Cocktails und einer Islamistenflagge in einem Fluchtauto in Paris gehen die französischen Ermittler davon aus, dass das Duo weitere Anschläge geplant hatte. Die Polizei nahm neun Personen aus dem Umfeld der Terroristen in Gewahrsam, wie Innenminister Bernard Cazeneuve bekanntgab.

Terrorgipfel am 12. Februar

Am Sonntag wollen sich führende Politiker der EU und USA zu Anti-Terror-Gesprächen in Paris treffen, darunter Bundesinnenminister Thomas de Maizière und US-Justizminister Eric Holder. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) wollen am 12. Februar bei einem Gipfel über den Kampf gegen den Terrorismus beraten.

dpa/afp

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©dpa

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