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Verfahren gegen Edathy wird fortgesetzt

Verteidigung des Ex-Abgeordneten Verfahren gegen Edathy wird fortgesetzt

Die Verteidigung des zurückgetretenen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) hat zum Auftakt des Verfahrens vor dem Landgericht Verden eine Einstellung des Prozesses gefordert – und ist damit aber gescheitert. Edathy ist angeklagt, weil der Kinderpornografie über das Internet gekauft haben soll.

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Steht seit Montag vor dem Landgericht Verden: Sebastian Edathy.

Quelle: dpa

Verden. Im Kinderporno-Prozess gegen den ehemaligen SPD-Bundestagabgeordneten Sebastian Edathy hat die Verteidigung zum Auftakt eine Einstellung des Verfahrens gefordert. Grund sei ein Verstoß gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens, sagte Verteidiger Christian Noll am Montag vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden. Die Ermittlungen gegen den Celler Generalstaatsanwalt Frank Lüttig wegen des Verdachts des Geheimnisverrats seien ein Verfahrenshindernis. Lüttig soll interne Ermittlungsdetails auch zum Fall Edathy an Journalisten gegeben haben.

Eine Chronologie zur Edathy-Affäre lesen Sie hier.

Außerdem gebe es weitere Ermittlungsverfahren wegen Durchstechereien, argumentierte der Anwalt. Immer wieder hätten Journalisten unter Hinweis auf Ermittlerkreise berichtet. Doch damit kam der Anwalt nicht durch: Die Kammer des Landgerichts Verden wies einen Antrag der Verteidigung auf Einstellung wegen eines Verfahrenshindernisses am Montag zurück. Sie verfügte die Fortsetzung, damit die Schöffen über die Anklage informiert werden.

Edathy habe mehr als 100 Morddrohungen erhalten, sagte Noll. Sein Freundes- und Bekanntenkreis habe sich aufgelöst. Eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft sei nicht absehbar. Die Brandmarkung werde sein Leben lang Bestand haben. "Auf ein Urteil kommt es gar nicht mehr an."

Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft dem 45-jährigen Edathy vor, im November 2013 über das Internet kinderpornografische Videos und Bilder gekauft zu haben. Edathy hat dies bislang bestritten. Die Ermittler waren auf ihn aufmerksam geworden, weil sein Name auf der Kundenliste einer kanadischen Firma aufgetaucht war, die auch Kinder- und Jugendpornos vertrieben haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wies den Antrag zurück. Es gebe im deutschen Recht keine Verfahrenseinstellung wegen Vorverurteilung. Ein faires Verfahren sei weiterhin gewährleistet, sagte Staatsanwalt Thomas Klinge. "Es interessiert uns nicht in diesem Verfahren, wer wann wem was gesagt hat." Es komme darauf an, ob Edathy die vorgeworfenen Taten nachgewiesen werden könnten. Der Vorsitzende Richter Jürgen Seifert wollte die Entscheidung der Kammer nach einer Unterbrechung am Mittag bekanntgeben.

dpa

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