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Lehrer dokumentieren Arbeitszeit minutiös

Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Lehrer dokumentieren Arbeitszeit minutiös

Egal ob sie unterrichten, mit Eltern und Schülern sprechen oder Klausuren korrigieren – knapp 4000 Lehrer an insgesamt 262 Schulen in Niedersachsen werden ab Montag ihre Arbeitszeit minutiös aufschreiben.

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Tausende Lehrer in Niedersachsen werden für ein Jahr ihre Arbeitszeit minutiös dokumentieren.

Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) startet nach den Osterferien eine landesweite Studie zur Lehrerarbeitszeit, „um die gefühlte Belastung der Pädagogen auf wissenschaftlich valide Daten zu stellen“, wie die stellvertretende GEW-Vorsitzende Laura Pooth am Freitag sagte. „Dies ist ein Beitrag zur Versachlichung der Debatte.“ Seitdem das Land die Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer erhöht und die versprochene Altersermäßigung für Lehrer ab 55 Jahren im August 2014 ausgesetzt hatte, hat es eine Welle von Proteste gegeben.

Ausgewertet wird die einjährige GEW-Studie von der Universität Göttingen. Ergebnisse sollen im Sommer 2016 vorliegen. Ein Großteil der Schulen, die sich beteiligen, sind Grundschulen, aber auch viele Gymnasien und Gesamtschulen sind darunter. In der Region Hannover nehmen 80 Schulen teil, landesweit machen ein Fünftel der Gesamtschulen, 15 Prozent der Gymnasien und knapp ein Zehntel der Grundschulen mit.

Die Lehrer verpflichten sich per Unterschrift, wahrheitsgemäße Angaben über ihre Arbeitszeit zu machen. Zusätzlich würden die Wissenschaftler Plausibilitätsprüfungen machen, sagte Pooth. Eine von der GEW finanzierte Pilot­studie an der hannoverschen Tellkampfschule hatte im vergangenen Herbst ergeben, dass die Lehrer im Schnitt auf eine 50-Stunden-Woche kamen, zu Spitzenzeiten waren es sogar 70 Stunden.

„Ich bin eigentlich nie fertig mit meiner Arbeit“, sagte Ilonka Bruhn von der Grundschule Stederdorf im Kreis Peine. Jutta Grebe, Lehrerin an der Elsa-Brändström-Schule in Hannover, betonte, Lehrer hätten immer noch mit dem alten Vorurteil zu kämpfen, dass sie faule Säcke seien. Es sei wichtig, dem wissenschaftliche Daten entgegenhalten zu können.

Eine Sprecherin des Kultusministeriums nannte die GEW-Studie gestern „weder zielführend noch aussagekräftig“. Björn Försterling (FDP) forderte Ministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) auf, endlich auf die Lehrer zuzugehen und die Arbeitszeitstudie zu unterstützen. „Schulpolitik sollte raus aus der politischen Kampfzone“, sagte er.

Und die Klassenreisen?

Runder Tisch zu Klassenfahrten: Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) hat die Bildungsverbände für nächsten Freitag zu einem Gespräch zum neuen Klassenfahrtenerlass eingeladen. Verhandelt wird hinter geschlossener Tür. Vermutlich wird es darum gehen, ob Lehrer doch Freifahrten annehmen dürfen, ohne sich des Vorwurfs der Bestechlichkeit auszusetzen. Zudem dürfte eine Erhöhung der Anrechnungsstunden – bislang gibt es für eine Woche Klassenfahrt vier Stunden Unterrichtsermäßigung – und eine bessere Kostenerstattung Thema sein. Daniela Rump vom Landesschülerrat sagte, sie hoffe, dass am Ende auch eine Aufhebung des Klassenfahrtenboykotts stehe.

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©dpa

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