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Personelle Konsequenz nach Flucht von Sicherungsverwahrtem

Entflohener Straftäter Personelle Konsequenz nach Flucht von Sicherungsverwahrtem

Die Polizei fahndet weiterhin nach dem beim Einheitsfest in Hannover entflohenen Straftäter. Zu konkreten Hinweisen auf den Flüchtigen machten die Ermittler am Montag jedoch keine Angaben.

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Quelle: Archiv (Symbolfoto)

Hannover/Göttingen. Der 63-Jährige nutzte am Donnerstagabend bei dem Fest zum Tag der Deutschen Einheit an Hannovers Maschsee einen Toilettenbesuch, um in der Menge unterzutauchen. Seit Mai 2013 ist er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf bei Göttingen untergebracht. Zuvor hatte er eine vierjährige Gefängnisstrafe wegen besonders schweren räuberischen Diebstahls verbüßt. Er ist mehrfach vorbestraft.

Auf einer Pressekonferenz in Hannover äußerte sich die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz am Montag zu dem Vorfall. "Ich habe kein Verständnis für die Entscheidung der Anstaltsleitung in Rosdorf, einem Sicherungsverwahrten ausgerechnet am 2. Oktober Ausgang zum Maschsee zu gewähren", sagte die Ministerin.

Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch darauf, "dass die Ausgänge von Sicherungsverwahrten mit höchster Sorgfalt vorbereitet und durchgeführt werden. Das war hier offensichtlich nicht der Fall."

Konsequenzen

Daraus ziehe sie folgende Konsequenzen: "Es wird landesweite Standards für Ausgänge von Sicherungsverwahrten und Gewalttätern geben. Es reicht nicht aus, bloß den gesetzlichen Vorgaben zu genügen. Wir brauchen ein professionelles Risikomanagement. Mir geht es nicht um das Ob von Lockerungen, mir geht es um das Wie. Dabei muss die Sicherheit der Menschen im Zentrum stehen."

Der Fall werde auch personelle Konsequenzen in der JVA Rosdorf haben, sagte die Ministerin. "Ich habe einen neuen Verantwortlichen für die Abteilung für Sicherungsverwahrung bestimmt. Er wird seine neue Aufgabe so schnell wie möglich übernehmen. Seine zentrale Aufgabe wird es sein, die Entscheidungen über Lockerungen an Sicherheitsstandards auszurichten.“ 

Die Leitung der Abteilung für Sicherungsverwahrung in der JVA Rosdorf soll demnach Psychologiedirektor Hans-Peter Griepenburg übernehmen. Griepenburg ist zurzeit Leiter des Prognosezentrums und in Personalunion stellvertretender Leiter der JVA Hannover.

dpa/afu

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