Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Göttinger Frankreich-Fans nach Terror "wie gelähmt"

Anschläge in Paris Göttinger Frankreich-Fans nach Terror "wie gelähmt"

Entsetzt und "wie gelähmt" zeigen sich nach den schrecklichen Terror-Anschlägen in Paris die Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft Göttingen.

Voriger Artikel
Zieler: "Noch immer geschockt und tieftraurig"
Nächster Artikel
"Ich weiß nicht mehr, ob ich gerannt bin"
Quelle: Gückel

Göttingen. Christa Neifeind, die Vorsitzende, ist besonders geschockt über die Vorstellung, dass sich in Göttingen am Freitagabend Frankreich-Freunde beim ersten Niedersächsischen Chanson-Festival im Lumière-Kino vergnügten, während zeitgleich in Paris Terroristen ein dortiges Konzert stürmten, mehr als 100 Opfer als Geiseln nahmen und viele Menschen töteten.

Zusammen mit französischen Musikern, darunter Olivier Terwagne und Michel Avalon, hatten die Frankreich-Freunde mit dem Konzert Göttingen gerade wieder als Chansonstadt belebt und das Gefühl der Zusammengehörigkeit der nationen geweckt, als die schrecklichen Nachrichten aus Paris eintrafen. Jetzt, so Neifeind, sei sie bemüht, sofort mit ihren französischen Freunden Kontakt aufzunehmen und ihnen zu versichern, "dass wir uns alle bewusst sind, dass es auch uns hätte treffen und eines Tages vielleicht wirklich treffen wird". Sie wolle ihnen versichern, an ihrer Seite zu stehen und sie trösten.

Neifeind appellierte daran, "Europa wieder handlungsfähig zu machen", denn in den letzten Wochen habe sich das Gegenteil gezeigt. "Wir müssen deutlich machen, dass wir für unser Konzept freiheitlichen Lebens einstehen werden - Deutsche wie Franzosen."

Auch im Göttinger Stadtbild überall Menschen, die das unfassbare diskutieren. Am Gänseliesel haben Trauernde Blumen abgelegt. "pour la France" steht auf einem Schild. Jemand hat einen Eiffelturm aufs Pflaster gemalt, Blumen und Kerzen stehen daneben. Die Musik erklingt gedämpft. An diesem Sonnabend ist französischer Markt vor dem Alten Rathaus. Die Verkäufer wirken bedrückt.

Gerome Limousin sagt: "Schrecklich, traurig, verrückt - an sieben Orten gleichzeitig, was soll man da sagen?". Marie Rispoli ist aus dem Elsass: "Das ist ein großes Unglück für die freie Welt. Ein neuer Krieg. Wir wussten, dass wir uns auf so etwas einstellen mussten. Deshalb so viel Polizei in Paris. Aber das übertrifft alle Vorstellungen."

Und Flammkuchenbäcker Claude Bureau, der am Montag zurück in seine elsässische Heimat muss, rechnet mit viel Zeitverlust an der Grenze. Die seien dicht. Das sei bei so vielen Flüchtlingen aber nur gut.

 

Am Sonntag haben die Europa-Union, die Deutsch-Polnische und die Deutsch-Französische Gesellschaft Göttingen gemeinsam zu einer Gedenkveranstaltung aufgerufen. Sie findet am Montag um 15 Uhr am Gänseliesel statt. Kerzen und Blumen sollen dort hinterlassen und es soll an die schrecklichen Geschehnisse in Paris erinnert werden, schreibt Harm Adam, der Vorsitzende von Europa-Union und DPG. Adam erinnert: "Paris ist nicht irgendeine Stadt. Hier liegt der Ursprung der Verkündung der Menschen- und Bürgerrechte auf dem europäischen Kontinent". Damit sei der Angriff "ein Angriff auf unser gemeinsames Wertefundament".

►Über die aktuelle Lage in Paris halten wir Sie in unserem Nachrichtenticker auf dem Laufenden.

Dieser Artikel wurde aktualisiert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anschläge in Paris

©dpa

Die Karikatur des Tages

Zum Schmunzeln und Kopfschütteln: So sehen Karikaturisten die Welt.