Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
15 neue Stolpersteine

Erinnerung an NS-Opfer 15 neue Stolpersteine

Die kleinen Betonklötze mit einer Messingplatte darauf sollen an die Opfer des NS-Regimes erinnern. Nun wurde ein Stolperstein für Hilde Schneider verlegt. Es ist einer von insgesamt 297 in der Landeshauptstadt. 

Voriger Artikel
Das ist heute in Hannover wichtig
Nächster Artikel
Peter Maffay stellt Bühnenkonzept vor

Mahnung und Erinnerung: In der Hinüberstraße erinnert ein Stolperstein an Hilde Schneider.

Quelle: Dillenberg

Hannover. Keine zehn Minuten dauert es, dann hat Künstler Gunter Demnig den neuen Stolperstein verlegt. Die kleinen Betonklötze mit einer Messingplatte darauf sollen an die Opfer des NS-Regimes erinnern. Der Stein für Hilde Schneider in der Hinüberstraße 19 ist einer von 15, die gestern neu in die Stadt kamen. Insgesamt gibt es hier nun 297 Stolpersteine. Normalerweise liegt jeder vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.

Im Fall von Hilde Schneider ist es anders: Ihr letzter selbst gewählter Wohnort war ihr Geburtshaus in der Königstraße 6 in Hannover. Nur wenige Meter weiter, in der Hinüberstraße, wurde nun ihr zu Ehren ein Stolperstein verlegt. „Hier war der Lydiahof“, sagt Hartmut Schmidt aus Frankfurt. Er lernte Hilde Schneider zu seiner Zeit als Journalist kennen und sollte einen Artikel über die verfolgte Krankenschwester schreiben – daraus wurde ein ganzes Buch. In dem „Mägdeheim“ sollten alleinstehende, stellungssuchende und durchreisende Frauen und Mädchen Schutz finden. Bis zu ihrer Deportation in das Ghetto Riga lebte Hilde Schneider dort ein Jahr lang.

Schneider wurde am 12. November 1916 geboren. Sie begann eine Ausbildung zur Krankenschwester im Henriettenstift, die sie aber abbrechen musste, weil sie vor dem NS-Regime als Jüdin galt. 1941 wurde Schneider dann ins Ghetto Riga deportiert. Im Konzentrationslager Kaiserwald wurde sie außerdem zur Zwangsarbeit eingeteilt. Schneider überlebte beide Konzentrationslager und kehrte 1945 nach Hannover zurück. Nach ihrem Theologiestudium wollte sie Gefängnispfarrerin werden und wurde 1959 Seelsorgerin im Frauengefängnis in Frankfurt-Preungesheim. Mit 91 Jahren starb Schneider 2008 in Frankfurt. Auf eigenen Wunsch wurde sie auf dem Schwesternfriedhof der Henriettenstiftung in Kirchrode beerdigt.

„Sie war eine unserer treuesten Spenderinnen“, sagt der ehemalige Vorsteher der Stiftung, Dieter Zinßer. Er verwahrt auch die Bibel Schneiders. Die hatte sie über die Jahre gerettet. Später soll sie im „Hilde Schneider-Haus“ – dem vorigen „Pflege- und Therapiezentrum Fischerstraße“ – ausgestellt werden. Nicht nur das Therapiezentrum wurde nach der Hannoveranerin benannt. Auch die 
Elkartallee in der Südstadt heißt demnächst Hilde-Schneider-Allee. Das beschloss der Bezirksrat Südstadt-Bult.

Von Diana Koschorreck

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Namen bleiben in Erinnerung
Führte zu den Stolpersteinen: Ernst Achilles-Wengel vom Bürgerforum.

Paula Löwenheim konnte sich retten, ihr gelang die Flucht nach Brasilien. Jacob Isenberg dagegen wurde nach Theresienstadt verschleppt und in Treblinka ermordet. Beide haben eins gemein: Sie waren Dransfelder Bürger jüdischen Glaubens.

mehr
Mehr aus Politik
Anschläge in Paris

©dpa

Die Karikatur des Tages

Zum Schmunzeln und Kopfschütteln: So sehen Karikaturisten die Welt.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr