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Neue EU-Vorschrift macht Tagfahrlicht zur Pflicht

Spezielle Leuchten Neue EU-Vorschrift macht Tagfahrlicht zur Pflicht

Am helllichten Tag die Lampen anschalten? Was in den meisten Haushalten als Stromverschwendung verpönt ist, macht im Straßenverkehr oft den Unterschied zwischen Leben und Tod aus.

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Gesehen werden: Neben Standart-Frontscheinwerfern werden jetzt die Tagfahrleuchten für jeden Fahrzeugtyp obligatorisch.

Quelle: Thiele

Für deutsche Motorradfahrer ist die „Dauerlichteinschaltung“ bereits seit zwanzig Jahren Pflicht, seit dem 7. Februar gilt jetzt laut EU-Vorschrift auch für fabrikneue Pkw die Norm der Selbstillumination in Form des „Tagfahrlichtes“.

„Das Interesse am Tagfahrlicht ist bereits seit längerer Zeit groß“, stellt Leo Lautenbach, Inhaber des gleichnamigen Duderstädter Autohauses, fest. „Schon seit 2010 gibt es viele Fahrzeuge auf dem Markt, die dieses Licht serienmäßig eingebaut haben.“ Autofahrer, in deren Fahrzeug die Dauerbrenner noch nicht integriert sind, müssten sich aber keine Sorgen machen, denn es sei Sache des Autoherstellers alle Fahrzeuge, die nach dem Stichtag die Typenzulassung durchlaufen haben, mit der neuen Technik auszurüsten.

Eine Nachrüstung lassen dennoch einige Fahrzeughalter vornehmen, denn das Tagfahrlicht bietet gegenüber dem Abblendlicht den Vorteil, kaum zusätzlichen Strom zu verbrauchen und erzielt somit eine Ersparnis von 0,1 bis 0,2 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern. Grund dafür ist die geringere Leuchtkraft, die beispielsweise bei den dafür vorgesehenen LED-Leuchten zwischen 20 bis 25 Watt liegt. Abblendlicht verbraucht im Vergleich dazu bis zu 180 Watt. Im Gegensatz zum Abblendlicht ist die Funktion des Tagfahrlichtes, das sich beim Motorstart automatisch anschaltet, primär das „Gesehen werden“, nicht das Ausleuchten der Straße. Die Ausrüstungspflicht für Nutzfahrzeuge greift voraussichtlich ab August 2012.

„Preislich differiert ein nachträglicher Einbau der Leuchten zwischen 100 Euro für simple Lösungen und bis zu 500 Euro für individuelles, genaues Einpassen der LEDs in die Frontschürze“, so Lautenbach. Ein nachträglicher Einbau der Leuchten in die Frontscheinwerfer ist nicht möglich und nur bei neueren Fahrzeugtypen zu finden. „Entgegen dem Irrglauben vieler, schaltet sich auch das Tagfahrlicht nur vorne ein, Rücklichter, Armaturenbrett- und Kennzeichenbeleuchtung bleiben ausgeschaltet. Wenn der Fahrer das normale Abblendlicht einschaltet, erlischt das Tagfahrlicht automatisch wieder“, so Lautenbach.

Selbst Handanlegen und die Strahler in Eigenregie montieren ist möglich, sagt Hubertus Jung vom Rhumspringer Autohaus Herschel. „Es gibt viele Techniker, die das hinbekommen. Aber es gibt auch Leute, die sollten die Finger davon lassen. Bei nicht fachgerechtem Anschluss erlöschen nämlich Betriebserlaubnis und Versicherungsschutz.“

Dass auch das Nachrüsten per EU-Dekret zur Pflicht gemacht wird, ist unwahrscheinlich. Das glaubt zumindest Alexander Steinmetz, Prüfingenieur in der Duderstädter Tüv-Station: „Ich halte das für unwahrscheinlich, weil es ja bestimmte Vorgaben gibt, in welcher Höhe und mit wie viel Abstand zum Boden die Lichter installiert werden müssen. Da ist es sehr fraglich, ob man das bei jedem Fahrzeugtyp realisieren kann. Es gibt ja auch viele Modelle, die an den entsprechenden Stellen mit Blechverkleidungen ausgestattet sind, da müsste man dann Löcher reinschneiden.“

Von Anna Kleimann

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©dpa

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