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518. Gildenwahl der Kreishandwerkerschaft in Göttingen

Erste Erfolge sichtbar 518. Gildenwahl der Kreishandwerkerschaft in Göttingen

Ob pfiffige Kommode mit Geheimfächern oder das Lobbying für den Meisterbrief in Brüssel – auf der 518. Gildenwahl schaffte die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen den thematischen Rundumschlag. Wichtigste Botschaft: Es gelingt langsam, das Handwerk wieder attraktiver zu machen.

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Volles Altes Rathaus zur 518. Göttinger Gildenwahl. Ein buntes Programm beleuchtete viele Facetten der Situation des Handwerks.

Quelle: Vetter

Göttingen. Für die Kreishandwerkerschaft war es ein bewegtes Jahr, wie sich in der Rückschau von Kreishandwerksmeister Christian Frölich zeigte. Vor allem sei dies der neuen Imagekampagne „Handwerk 37“ geschuldet. Mit der wollte man sich der jungen Zielgruppe frech und locker präsentieren. Die Reaktion der Politik und Gleichstellungsbeauftragten, welche die Kampagne als in Teilen sexistisch verurteilten, sorgte für Irritationen und Nachbesserungen.

Aber ein anderes Element der Kampagne seit dafür ausgesprochen erfolgreich gestartet: Über das Projekt „Gaus“ sollen Jugendliche möglichst früh eine Ausbildungsplatzgarantie erhalten können.

Beim Thema Flüchtlinge forderte Frölich, dass Sprachunterricht und Bleibeperspektiven geschaffen werden. Auch beim sozialen Wohnungsbau gäbe es großen Nachholbedarf. Hier müsse etwa über die Nutzung von Schrebergärtenflächen diskutiert werden.Daran knüpfte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler an, der für das kommende Jahr eine Investitionsoffensive in Aussicht stellte. Es hätte sich als Desaster für den sozialen Wohnungsbau erwiesen, dass dieser dem freien Markt überlassen worden sei. Bis 2019 verliere Göttingen dadurch 1200 Wohnungen.

Festredner Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, kritisierte den „überhöhten Trend zur Hochschule“, dieser sei für Betriebe fatal. Berufsorientierung und damit Handwerksperspektiven gehörten auch ans Gymnasium. Das Bemühen des Handwerks um ein besseres Image zeitige allerdings auch schon erste Erfolge, denn es gäbe ein „vorsichtiges Plus bei Ausbildungsverträgen“. „Jetzt müssen wir nachlegen“, so der ZDH-Präsident. Auch auf EU-Ebene sieht er Fortschritte, den Meisterbrief nicht nur zu erhalten, sondern auch dem dualen Ausbildungssystem ein besseres Renommee zu verschaffen.

Aber auch das Geschehen innerhalb der Kreishandwerkerschaft fand seinen Platz auf der Bühne: Frank Grewe leitet fortan als Obermeister die Dachdecker-Innung und folgt damit Norbert Dunemann nach.

Zum Schluss ging es um Innovationen: Tischler Martin Hoffman aus Bühren zeigte sein Meisterstück: ein „Aufbewahrungsmöbel für den Flur“ – unter anderem mit Elektronik für einen ausfahrbaren Sitz und einer „Geheimschublade“, die sich mittels Drehung eines Steins öffnete. Nach ihm stellten die „Unternehmerfrauen im Handwerk“ Gabi Nikoleit und Meike Lotze-Franke ihr Kindergartenprojekt „Früh übt sich“ vor, gefolgt von Jan Grünewald, Bauingenieur aus Scheden, der sein Drainagesystem unter der Duschwanne vorstellte.

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