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560 Teilnehmer beim KWS Agrarforum

Breite Diskussion über Landwirtschaft 560 Teilnehmer beim KWS Agrarforum

Das KWS Agrarforum in Einbeck hat verschiedene Entwicklungen in der Landwirtschaft unter die Lupe genommen: Preisschwankungen für landwirtschaftliche Produkte, Trockenphasen, auf die in Deutschland vermehrt Starkregen folgt, sowie Gesetzesverschärfungen, die Bauern zusätzlich belasteten.

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Einbeck. „Die langfristigen Aussichten für Europas Bauern sind gut“, erklärte Werner Hilse, der Präsident des Landvolks Niedersachsen, den 560 Teilnehmern der Veranstaltung in den Räumen der KWS Saat SE. Weltbevölkerung und Einkommen stiegen. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen schrumpften. Folglich würden die Preise steigen.

Tatsächlich, so thematisierten es mehrere Redner, verhielten sich die Preise zunehmend unberechenbar. Das habe unter anderem politische Gründe. So seien die Schweinefleischpreise aufgrund eines Überangebots gefallen, seit die europäischen Bauern wegen eines Embargos nicht mehr nach Russland liefern könnten.

„Vor neue Herausforderungen stellt uns der Klimawandel“, führte Horst Gömann von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen aus. Während der milden Winter regne es. Wenn dann der Frost einsetze, schütze keine Schneedecke die Pflanzen. Die Dürrephasen etwa im Frühjahr während der Wachstumsphase würden zunehmen. Zum Teil komme es dann im Sommer zur Erntezeit, wenn es trocken sein müsse, zu Starkregen. Die KWS, so Mitarbeiter Christoph Bollmann, züchte nicht nur immer leistungsfähigere und weniger krankheitsanfällige Pflanzen, sondern auch gegen Trockenstress beständigere Sorten.

„Der Klimawandel hat aber auch positive Effekte“, betonte Görmann. So beginne die Vegetationsphase in Deutschland nun bereits Ende März, eine Woche früher als bisher.

Kopfzerbrechen macht den Bauern die immer größere Entfremdung der Gesellschaft von der Landwirtschaft. Die Menschen wüssten nicht nur immer weniger über die Herstellung von Nahrungsmitteln, sie kochten auch seltener, berichtete Niedersachsens Landvolk-Präsident. 40 Prozent der Deutschen würden außer Haus essen. Daheim kämen immer mehr Fertiggerichte auf den Tisch. Aufgrund fehlender Kenntnisse ließen sich die Konsumenten gegen „Chemie auf dem Acker“ oder gegen „Tierquälereien“ im Stall mobilisieren.

Die Politik, so Hilse, beuge sich solchen „ideologischen Kampagnen“. Selbst die CDU, die den Bauern „traditionell wohlgesonnen“ sei, setze sich nur noch „halbherzig“ für deren Interessen ein, klagte der Präsident. Als Beispiel nannte er die Düngeverordnung, über deren Novellierung derzeit beraten werde. Der Entwurf sehe eine erneute Verschärftung vor, um das Grundwasser gegen den Eintrag von Nitraten und Phosphaten zu schüzen. Hilse: „Dabei düngt kein Landwirt mehr als nötig.“ Dazu sei der Dünger zu teuer. Die immere strengeren Auflangen zum Tierwohl hielten Landwirte von Investitionen in neue Ställe ab.

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