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AGV mahnt grundsätzlichen Wandel in Zuwanderung an

Willkommenskultur leben AGV mahnt grundsätzlichen Wandel in Zuwanderung an

Zuwanderung erleichtern – die Fachkräfte werden gebraucht. Das ist die zentrale Forderung, welche die Mitglieder des Arbeitgeberverbands Mitte e.V. (AGV) auf ihrer Jahreshauptversammlung verabschiedeten. Der Verband hat in Südniedersachsen und Nord-/West-Thüringen etwa 850 Mitglieder. 

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Resolution des Arbeitgeberverbandes Mitte mahnt einen grundsätzlichen Wandel in der Zuwanderung an

Quelle: dpa

Northeim. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt sei bereits von Engpässen in der Fachkräfteverfügbarkeit gekennzeichnet, was eine arbeitsmarktorientierte Zuwanderung erforderlich mache:

Deutschlandweit würden bis 2025 geschätzte 152 000 Pflegekräfte fehlen, 5500 Stellen für Ärzte seien gegenwärtig unbesetzt. Bis 2025 geht der AGV von einem Verlust von 2,5 Mio. Fachkräften aus.

Um aber auch international attraktiv zu sein für „die besten Köpfe“ bedürfe es einer in „allen Lebensbereichen gelebten Willkommenskultur“. Eckpfeiler der Fachkräftesicherung bleibt für den AGV dabei aber weiterhin die nachhaltige Aus- und Weiterbildung der einheimischen Fachkräfte. Auch hier sei das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Gleichwohl führe an gezielter Zuwanderung kein Weg vorbei.

Die Arbeitgeber mahnten daher bei der Bundesregierung eine klare Kommunikation an: „Die Politik muss offen und ehrlich sagen, dass Deutschland auf eine gesteuerte und gezielte Zuwanderung angewiesen ist, wenn unser Wohlstandsniveau gehalten werden soll.“

Fortschritte hin zu einem modernen und den Bedürfnissen entsprechenden Zuwanderungsrecht sieht der AGV in der erleichterten Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Doch sei dies nur der erste Schritt, dem schnell weitere und konsequentere folgen müssten. Auch das Potenzial von Flüchtlingen müsse stärker in den Fokus genommen werden.

►Kommentar: Ironie der Geschichte

Als die Abwerbeabkommen für „Gastarbeiter“ von der Bundesrepublik mit einzelnen Staaten geschlossen wurden, geschah dies unter anderem als Ausgleich für das Leistungsbilanzdefizit dieser Länder gegenüber Deutschland.

Platt gesagt: Deutschland hat in diese Länder mehr Waren verkauft als von ihnen gekauft und die Schulden wurden über Arbeitskräfte beglichen.

Interessanterweise herrscht heute dieselbe Situation vor, zumindest innerhalb der Eurozone. Deutschland verfehlt seit der Euro-Einführung die für die Eurozone vereinbarte Inflationsrate von 2 Prozent – durch Gürtel enger Schnallen sowie Stagnieren der Löhne und mit der Folge, dass die Lohnstückkosten in Deutschland nur wenig stiegen.

Der Effekt ist, dass Waren etwa in Frankreich, dem Euro-Musterschüler, inzwischen etwa 25 Prozent teurer produziert werden als in Deutschland, verglichen mit dem Jahr 2000. Das kommt dem Export zugute, der deutsche Leistungsbilanzüberschuss steigt und steigt.

Aber anderswo in der Eurozone entsteht dadurch Arbeitslosigkeit, weil heimische Unternehmen pleitegehen. Wenn erst einmal die politischen Weichen für gezielte Zuwanderung von Fachkräften gestellt sind, steht dieses arbeitslose Fachkräftepotenzial im Ausland schon bereit. Selbst gemacht, quasi.

Sven Grünewald

Sven Grünewald

Quelle:

Resolution des Arbeitgeberverbandes als Download

Von Sven Grünewald

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