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Abschied vom Pflügen: Moringer Direktsaat vermeidet Bodenverdichtung

Wirtschaft Abschied vom Pflügen: Moringer Direktsaat vermeidet Bodenverdichtung

76 Firmen und Institutionen haben sich um den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Nicht alle konnten gewinnen, obwohl viele Ideen und Erfindungen einen Preis verdient hätten. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer und ihre Beiträge vor. Heute: Direktsaat.

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Nur die Oberfläche wird umbrochen: Bauern beim Striegeln.

Quelle: EF

Moringen. Seit prähistorischer Zeit pflügen Bauern ihre Felder. Doch die Nachteile dieser Technik zeigen sich, seit schwere Landmaschinen in den 50er Jahren Pferde und Ochsen als Zugtiere abgelöst haben. „Aufgrund von Bodenverdichtung in 30 Zentimeter Tiefe kommt es zu Staunässe. Das Umbrechen des Bodens beschleunigt die Erosion“, berichtet Bernd Bundstein (47) aus Moringen. Mit einem alternativen Verfahren hat sich der IT-Unternehmer und staatlich geprüfte Landwirtschaftsmeister, der 80 Hektar Ackerland im Nebenerwerb bewirtschaftet, um den Innovationspreis beworben.

Bernd Bundstein. EF

Bernd Bundstein. EF

Quelle:

Bundstein setzt seit 2012 Maschinen des englischen Unternehmens Claydon ein. Weiterentwicklungen bietet er seit November 2013 über die von ihm mit drei Partnern gegründeten Direktsaat GmbH an. Bei dem englischen Verfahren wird der Boden nur gestriegelt, das heißt nur einen Zentimeter tief umbrochen. Das regt Samenkörner zum Keimen an. Der Bauer spritzt dann ein Unkrautbekämpfungsmittel und sät im Anschluss die eigentliche Marktfrucht aus. „Diese Methode hat zahlreiche Vorteile“, berichtet der Direktsaat-Geschäftsführer. Bodenverdichtung und Erosion werden vermieden. Bodentiere bleiben ungestört. So gibt es auf einem regelmäßig gepflügten Acker nur einen Bruchteil Regenwürmer pro Quadratmeter Erde als auf einem ungepflügten Feld.

Die Bodentiere sorgen dafür, das organisches Material der Vorjahresernte zu Humus abgebaut wird. Die Bodenfruchtbarkeit liegt so deutlich höher. Weil die Kapilarwirkung des Bodens nicht gestört wird, steht Keimlingen sofort Wasser zur Verfügung. Bei Regen versinken Landmaschinen nicht tief im Acker. Zudem spart diese Art der Bodenbearbeitung und Aussaat Energie. „Ich benötige pro Hektar 20 Liter Diesel, statt bisher 40 bis 60 Liter“, sagt Bundstein. Auch benötige er weniger Zeit. Der Unternehmer hat das Verfahren verbessert. Bei der Aussaat schlitzt seine Maschine den Boden auf. Das erleichtet der Pflanze das Austreiben der Wurzeln. Bei Regen leitet die Bodenvertiefung Wasser ab. Die Maschine gräbt zudem einen Mäusetunnel, in dem sie Giftköder auslegt. Mäuse vermehren sich stärker, wenn der Boden nicht gepfügt wird. Die Firma Claydon hat in Deutschland und Österreich bisher 50 Maschinen mit den Direktsaat-Modifikationen verkauft. Zudem arbeiten die Moringer im Lohnauftrag.

von Michael Caspar

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