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Aldi in Hedemünden muss umziehen

Lutterberg – oder nichts? Aldi in Hedemünden muss umziehen

Das Zentrallager von Aldi-Nord in Hedemünden muss sich vergrößern, am Standort selbst bestehen jedoch keine Wachstumsmöglichkeiten mehr. Daher führt das Unternehmen Gespräche mit der Samtgemeinde Staufenberg über Flächen im Ortsteil Lutterberg. Dort hält sich die Begeisterung jedoch in Grenzen.

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Das Zentrallager von Aldi-Nord in Hedemünden muss sich vergrößern, am Standort selbst bestehen jedoch keine Wachstumsmöglichkeiten mehr.

Quelle: Hinzmann

Staufenberg-Lutterberg. Allgemein lässt sich über die letzten Jahre seitens der Bürger eine wachsende Widerstandsbereitschaft gegen Bauprojekte und der Wunsch nach frühzeitiger Einbindung in die Planungen feststellen – seien es Windanlagen, Überlandleitungen oder großflächige Industrieanlagen.

Deswegen lud Bernd Grebenstein, Samtgemeindebürgermeister von Staufenberg, bereits frühzeitig zu einer Bürgerinformationsveranstaltung, um über Aldis Anfrage zu informieren. Etwa 200 Menschen zeigten sich interessiert. Als „kritisch-sensibel“ bezeichnet Grebenstein die Stimmung in Lutterberg.

„Die Menschen haben Angst wegen zusätzlichem Lärm, die mit Aldi verbundene Verkehrsbelastung und ein verschlechtertes Sichtfeld. Man nimmt auch das Gefühl bei den Lutterbergern wahr, dass alles Gewerbe immer nur zu ihnen kommt.“

Ob es sich um eine Mehrheit der Bürger handele, die eine Aldi-Ansiedlung ablehnt, dazu kann Grebenstein nichts sagen, denn es gäbe auch positive Rückmeldungen. Aber der Ortsrat von Lutterberg hätte schon eine in der Tendenz ablehnende Haltung, während der Gemeinderat von Staufenberg Aldi gegenüber überwiegend positiv eingestellt ist. Die grundsätzliche Entscheidung zur Ansiedlung steht im Ortsrat am 21. September an und am 1. Oktober im Gemeinderat. Dessen Votum ist letztlich entscheidend.

Noch also ist alles offen und steht das Verfahren vor einem längeren Prozess der Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan, vor Bürgerbeteiligung und Gutachteneinholung. „Bis zum ersten Spatenstich vergeht etwa ein Jahr, auch wenn wir dann schon schnell wären“, betont Grebenstein. Und vorausgesetzt, alle stimmen zu.

Wissend um die Komplikationen, die das aufwändige Beteiligungsverfahren mit sich bringt, haben sich derweil noch zwei andere regionale Spieler bei Aldi ins Gespräch gebracht: die Stadt Göttingen und die Gemeinde Rosdorf mit ihrem gemeinsamen Gewerbegebiet Siekanger an der A7 sowie die hessische Gemeinde Neu-Eichenberg – zwischen Witzenhausen und Friedland – mit ihrem gleichnamigen Gewerbegebiet an der A38. Beide Areale sind etwa genauso weit vom jetzigen Aldi-Standort Hedemünden entfernt wie Lutterberg und damit noch relativ zentral im Liefergebiet Nordhessen/Südniedersachsen gelegen.

Es sind zudem die einzigen beiden Alternativstandorte in der Region, die über genügend große Flächen verfügen, um Aldi Platz zu bieten. Doch hat Aldi dem Siekanger-Vorschlag vorerst eine schriftliche Absage erteilt, weil es dadurch die Filialen in Nordhessen nicht mehr so gut erreichen könne. In Hessen ist man auch selbst auf Aldi zugegangen, doch dort möchte man nichts zur Aldi-Reaktion sagen.

Auch Aldi äußert sich nicht zur Standortfrage oder auch nur zum regionalen Beliefergebiet. Doch scheint der Discounter sich auf Lutterberg festgelegt zu haben. Das muss allerdings nicht zwingend das Aus für einen der beiden Alternativstandorte bedeuten, denn falls Lutterberg scheitert, gibt es sonst keine Ausweichmöglichkeiten in der Nähe des jetzigen Standorts.

Die Alternativen für Aldi im Wirtschaftsraum Südniedersachsen-Nordhessen

Gesucht werden etwa 15 Hektar zusammenhängende (Logistik-)Fläche in unmittelbarer Autobahnnähe, um etwa 30 bis 50 Aldi-Märkte in Nordhessen und Südniedersachsen zu beliefern. Größe der Fläche und Lage sind das Problem, denn in der Region kommen dafür nur drei Standorte in Frage:

  • Der Aldi-Favorit: Logistikpark Lutterberg, Staufenberg, Ortsteil Lutterberg, Gewerbesteuer-Hebesatz 390 Prozent. Hier stehen bisher zwar etwas über 25 Hektar zur Verfügung, allerdings ist das in Frage kommende Areal noch nicht Bestandteil der bislang ausgewiesenen Logistikflächen – sondern Ackerland und in Privathänden. Zunächst müsste der Flächennutzungsplan geändert werden. Das Grundstück liegt knapp zwei Kilometer von der A7-Anschlussstelle Hann. Münden/Staufenberg-Lutterberg entfernt.
  • Gewerbegebiet Neu-Eichenberg, Gemarkung Witzenhausen, Landkreis Werra-Meißner, Gewerbesteuer-Hebesatz 380 Prozent. Das noch nicht innenerschlossene Gebiet umfasst 62 Hektar und gehört vollständig dem Land Hessen; mit der Erschließung kann aber sofort begonnen werden. Direkt an der B27 gelegen liegt es etwa zwei Kilometer von der A38-Anschlussstelle Friedland entfernt.
  • Logistikpark Siekanger Mitte und Ost, Gemeinde Rosdorf/Stadt Göttingen, Gewerbesteuer-Hebesätze 380/430 Prozent. Auf der Rosdorfer Seite des interkommunalen Gewerbegebietes Siekanger stehen 22 Hektar zur Verfügung, die noch nicht innenerschlossen sind und etwa zur Hälfte der Gemeinde und zur Hälfte Privateigentümern gehören. Bis zur A7-Anschlussstelle sind es knapp zwei Kilometer.

Die Gewerbesteuer-Hebesätze, die jede Gemeinde festlegen kann, sind für Standortentscheidungen, insbesondere im Logistikbereich und für Großunternehmen mit vielen Standorten, eher nachranging. Das ist die Erfahrung von Steuerberater Heinrich Kottik der Göttinger Kanzlei Renneberg und Partner. Wichtiger seien die Lage sowie weitre Investitionskosten am Standort.

Von Sven Grünewald

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