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Alternativkonzept für Standort in Göttingen

Carl-Zeiss Göttingen Alternativkonzept für Standort in Göttingen

Mit einem Alternativkonzept der Arbeitnehmer versuchen Betriebsrat und IG Metall die angekündigte Reduzierung des Carl-Zeiss-Standorts Göttingen von etwa 700 Mitarbeitern auf 250 Beschäftigte zu verhindern. Am Dienstag wurden drei Alternativen präsentiert, die Investitionen am Standort erforderlich machen.

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Machen sich für das Alternativmodell der Arbeitnehmer stark: Manfred Zaffke, Hans Schenk und Torsten Dreyer (v. l.).

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Göttingen. Mit einem Alternativkonzept der Arbeitnehmer versuchen Betriebsrat und IG Metall die angekündigte Reduzierung des Carl-Zeiss-Standorts Göttingen von etwa 700 Mitarbeitern auf 250 Beschäftigte zu verhindern. Am Dienstag wurden drei Alternativen präsentiert, die Investitionen am Standort erforderlich machen.

Verhandlungsführer in den Gesprächen mit der Geschäftsführung des Optikunternehmens Carl Zeiss ist Manfred Zaffke. Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Südniedersachsen-Harz betonte, dass das gemeinsam mit der derzeit 634-köpfigen Belegschaft in fünf Workshops und zahlreichen Arbeitsgruppen erarbeitete Alternativkonzept das Zeiss-Management „zum Überdenken ihres Konzepts bewegt hat“.

Das von der Zeiss-Geschäftsführung vorgelegte Konzept sei nicht akzeptabel, weil nicht zu sehen sei, dass es erfolgreich sein werde. Bereits am 18. März seien Vorstand und Geschäftsführung das Konzept präsentiert, die Belegschaft sei einen Tag zuvor informiert worden.

„Versprechen können wir noch nichts, denn bevor Detailfragen geklärt werden können, müssen zuerst einmal Grundsatzentscheidungen getroffen werden. Unser Konzept ist ganzheitlich ausgelegt, auch mit Punkten, die den Mitarbeitern wehtun“, sagte Hans Schenk vom Beraterteam. Optimierung könne zunächst auch eine Reduzierung von Arbeitsplätzen bedeuten.

„Wir sind seit dem 18. März in konstruktiven Gesprächen mit der Geschäftsführung. Wir können noch kein Ergebnis präsentieren, aber einen aktuellen Zwischenstand wiedergeben“, so Zaffke. Am kommenden Freitag stehe bereits die zehnte Verhandlungsrunde an. Zaffke hofft, dass bis zur Sommerpause ein Ergebnis erzielt werden kann. Bis zum 23. Juni sind vier weitere Gesprächsrunden terminiert, eine weitere sei vorsichtshalber schon für August eingeplant.

Ziel sei es, ein Konzept zu finden, das „den Standort nicht abwickelt, sondern eine Bestandsgarantie beinhaltet. Wir wollen einen Vertrag über die Unternehmensstruktur erarbeiten“, unterstrich Zaffke. Dabei will er einen Tarifvertrag verhandeln, der eine Laufzeit von einer Dekade hat, um den Arbeitnehmern höchstmögliche Sicherheit zu garantieren.

Und der Verhandlungsführer wurde noch deutlicher: „Erfüllt Zeiss dies nicht, dann werden wir in den Kampfmodus zurückfinden. Und das würde sehr teuer für Zeiss werden.“

Insgesamt beinhalteten die Vorschläge, dass der bisherige Stillstand am Standort, der eindeutig dem Management-Versagen der alten Geschäftsführung geschuldet gewesen sei, beendet wird, so Zaffke weiter. Ein Spiel auf Zeit sei für die Gewerkschaft keine Alternative, versicherte er. Beratungsteam-Mitglied Axel Frerk berichtete davon, dass bereits einige Wissensträger aufgrund der wachsenden Unsicherheit das Unternehmen verlassen haben.

Über Jörg Nitschke, Leiter Konzernfunktion Kommunikation, teilte die Carl Zeiss AG mit, dass die Ideen und Vorschläge der Arbeitnehmerseite geprüft und bewertet würden - immer mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmensbereichs Microscopy.

Die Gespräche seien intensiv und sollen zügig abgeschlossen werden. Detailliertere Informationen wollte Zeiss nicht nennen, da die Diskussion - wie in einem solchen Prozess üblich - intern geführt werde.

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