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Althergebrachte Geschäftsmodelle zerbrechen

Wachsamkeit gegenüber Veränderungen wichtig Althergebrachte Geschäftsmodelle zerbrechen

Göttingen. „Der rasante Wandel der Märkte verunsichert Unternehmer“, haben Betriebswirt Björn Rühmeier und Wirtschaftspsychologin Vera Geiger bei einer Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren Göttingen berichtet.

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Vera Geiger und Björn Rühmeier über Megatrends. Foto: CH

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Die beiden unterstützen Firmen dabei, mit den Veränderungen Schritt zu halten.

„Überall, wo wir in letzter Zeit über Zukunft und Trends sprechen, ist das Interesse groß“, sagen die beiden Mitarbeiter der in Hamburg und Göttingen ansässigen Unternehmensberatung „bierend, zeller und partner AG“.

Unternehmer, so Rühmeier, beobachteten mit Schrecken, dass selbst renommierte Firmen nicht davor geschützt seien, innerhalb von wenigen Jahren von Marktführern zu Sanierungsfällen zu werden. Kodak habe die digitale Fotografie, der Versandhändler Quelle das Onlinegeschäft unterschätzt. Oft seien die Herausforderungen den Unternehmensleitungen durchaus bekannt, sie blendeten sie aber aufgrund der damit verbundenen unangenehmen Entscheidungen aus. Wer heute am Markt bestehen wolle, müsse jedoch bereit sein, ganz neu anzufangen.

„Wir leben in einer Zeit, wo viele althergebrachte Geschäftsmodelle zerbrechen“, berichtet Rühmeier. Energieversorger würden ihren Strom nicht mehr los, weil Marktteilnehmer ihn mit Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerken selbst produzierten. Manche Anbieter reagierten und wandelten sich zu Netzbetreibern. Autohersteller würden in Städten, wo immer mehr Menschen auf ein eigenes Fahrzeug verzichteten, das Carsharing als neues Geschäftsmodell entdecken.

Die Berater analysieren für ihre Kunden Megatrends - epochale Entwicklungen, die ganze Gesellschaften umformen. Doch einfach ist die Sache auch für Rühmeier und Geiger nicht. Die Entwicklungen seien meistens komplex und widersprüchlich, sagen sie. Geiger nennt Beispiele: „Auf der einen Seite gibt es den Globalisierungstrend, gleichzeitig boomen regionale Produkte, sei es in Supermarktketten oder Restaurants.“ Die Menschen würden mobiler, entdeckten aber auch das langsame Reisen wieder. Sie ständen über soziale Netzwerke mit zahllosen Personen in Kontakt, lebten aber zunehmend in Single-Haushalten.

Angesichts der Unübersichtlichkeit warnen die Unternehmensberater davor, blind jedem Trend zu folgen. Sie moderieren bei ihren Kunden Zukunftsteams. „Es sollten Mitarbeiter verschiedener Altersstufen und aus unterschiedlichen Abteilungen vertreten sein“, sagt Rühmeier.

Die Ideen würden von einer zweiten Gruppe auf ihr Potenzial und ihre Umsetzbarkeit geprüft. „Es geht darum, die Beschäftigten zu mobilisieren und für das Thema zu interessieren“, sagt Rühmeier. Wachsamkeit sei letztlich wichtiger als exakt zu wissen, was komme.

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