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Am Fleisch die Lust verlieren

Azubi-Mangel unter Fleischern Am Fleisch die Lust verlieren

In der Fleischerei herrscht oft ein rauer Ton. Die harte, körperliche Arbeit fordert Kondition. Das gesellschaftliche Image ist nicht das beste. Die schulischen Anforderungen steigen. Die Folge: Fleischereien haben zunehmend Probleme, Auszubildende zu finden. Das berichtet der Göttinger Berufsschullehrer Carsten Weske.

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Quelle: HW

Göttingen. „Dabei sind die Berufschancen der Gesellen und Meister gut“, betont Weske, der an den Göttinger Berufsbildenden Schulen (BBS) Ritterplan Teamleiter Fleisch ist. Handwerk und Industrie rissen sich um qualifizierte Mitarbeiter. „Es lässt sich nicht alles mit Maschinen und Hilfskräften machen“, betont Weske. Ohne Fachleute, die wüssten, was sie täten, gehe es nicht.

Um dem allgemeinen Trend entgegenzusteuern, laden die Fleischereien mittlerweile bereits Grundschulklassen in ihre Firmen ein. Das Handwerk macht bei Berufsinformationstagen auf sich aufmerksam. „Ein Fleischerbetrieb der Region lässt einen Bildungsträger in Schulen gezielt nach potenziellen Kandidaten suchen“, weiß Weske.

Doch selbst Betriebe, die einen Lehrling gefunden haben, können nicht durchatmen. Bei der Einschreibung der neuen Auszubildenden zum Fleischer und zur Fleischerfachverkäuferin in den BBS Ritterplan erschien nur die Hälfte der jungen Menschen. Die anderen hatten die Ausbildung, die im Sommer angelaufen ist, bereits abgebrochen.

Damit die Quote nicht noch höher ausfällt, unterstützt die Berufsschule die jungen Menschen. „Wir kümmern uns darum, dass schwache Schüler Nachhilfeunterricht erhalten“, sagt Weske. Die Arbeitsagentur übernimmt die Kosten. Junge Menschen mit Lernschwierigkeiten werden von Bildungsträgern, nicht von den Ausbildungsbetrieben, eingestellt. Sie erhalten gezielte Förderung, damit sie mitkommen. Davon profitiert zum Beispiel Matthias Behlke (19) aus Einbeck. Er freut sich über die Chance, die er erhält.

Jozsef Moldovan (19) aus Ungarn lebt seit anderthalb Jahren in Deutschland. Mit 14 Jahren stand für ihn fest, dass er einmal Fleischer wird. Harte Arbeiten ist er gewöhnt. In seiner Heimat hat er im Holzhandel der Familie mitgearbeitet. Er kann schwer heben und kennt das frühe Aufstehen von früher.

Aus einer Fleischerfamilie stammt dagegen Georg Neidhardt (16). Vater und Großvater sind bereits in diesem Beruf tätig. Nach dem erweiterten Realschulabschluss begann er seine Lehre. Ihn fasziniert, was sich aus Fleisch alles herstellen lässt.

Die BBS Ritterplan erteilen seit 2011 Lehrlingen aus dem Raum Göttingen, Holzminden, Northeim und Osterode Unterricht. Derzeit besuchen 25 angehende Fleischereifachverkäufer und 19 Fleischer die Schulen.

Von Michael Caspar

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