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Amedes Göttingen schließt Haustarifvertrag

Blaupause für junge Branche Amedes Göttingen schließt Haustarifvertrag

Die Göttinger Amedes Gruppe mit ihren 62 Labor- und Praxisstandorten in Deutschland und Belgien hat 3200 Mitarbeiter, davon über 300 Fachärzte. Um die historisch gewachsenen Gehaltsunterschiede zu vereinheitlichen, wurde erstmals ein unternehmensweiter Haustarifvertrag abgeschlossen.

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Stefan Burghardt und Wolf Kupatt (v.l.) führen Haustarifvertrag bei Amedes ein.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Es ist der erste Haustarifvertrag in der noch jungen Branche medizinisch-diagnostischer Dienstleister. Und er werde ein Standard sein, an dem sich Mitbewerber von Amedes orientieren werden, erwartet Peter Winkelmann, Leiter des Bezirks Alfeld der IG Bergbau, Chemie, Energie.

Zwei Jahre dauerte es, bis der dreiteilige Vertrag stand. Vorbilder gab es keine, aber Handlungsnotwendigkeit. „Wir sind durch Zusammenschluss und Kauf kleiner und mittlerer Arztpraxen und Labore stark gewachsen. Das hat dazu geführt, dass selbst an einem einzelnen Standort Mitarbeiter für die gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt wurden. Das ergab einen Frustrationsgrad, den wir beseitigen mussten.“

Ein Manteltarifvertrag regelt nun alle Arbeitsbedingungen außer der Vergütung; ein Entgeltrahmentarifvertrag definiert acht verschiedene Entgeltgruppen sowie die für die Eingruppierung und Aufstieg notwendigen Qualifikationen; ein Entgelttarifvertrag beinhaltet die Entgelthöhen.

Vom Fahrer über Buchhaltung, IT-Spezialisten, chemisch-technische Assistenten bis hin zu Ärzten und Genetikern ist die Belegschaft ausgesprochen vielfältig. Dennoch musste eine Vergleichbarkeit dieser sehr unterschiedlichen Arbeitsbereiche her. Die komplexe Aufgabe wurde in sehr konstruktiven Gesprächen zwischen Gewerkschaft und Geschäftsführung gelöst, wie beide Partner betonen.

Der Haustarifvertrag ist rückwirkend zum 1. April inkraft getreten. Mitarbeiter, die unter Tarif bezahlt werden, erhalten von ihrer Differenz zum Tariflohn 50 Prozent mehr Gehalt, die Angleichung auf vollen Tariflohn erfolgt zum 1. Juli 2017. Eine erste tarifliche Lohnsteigerung ist für den 1. April 2017 vereinbart worden. Wer über dem Tarif liegt, soll jedoch nicht mit Abzügen bestraft werden.

Auf rund vier Prozent schätzt Wolf Kupatt, Vorsitzender der Geschäftsführung, den Anstieg der Personalkosten durch den Haustarifvertrag. Für ihn ganz klar eine Investition in die Mitarbeiter: „Wir haben damit ein hohes Maß an Vergleichbarkeit, Transparenz und Fairness gegenüber den Mitarbeitern geschaffen.“

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