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Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ist kompliziertes Feld

Im Dschungel der Abschlussanerkennung Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ist kompliziertes Feld

Seit 2012 gilt das Anerkennungsgesetz des Bundes. Damit hat jeder Mensch einen Rechtsanspruch auf Anerkennung seines nicht in Deutschland erworbenen Ausbildungsabschlusses erhalten.

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Anerkennung ausländischer Zeugnisse: Die IHK Hannover ist mit einer persönlichen Erstberatung für alle Berufe erfolgreich.

Quelle: EF

Hannover/Braunschweig. Doch ist der Weg zur Anerkennung im Dschungel verschiedener Anerkennungsstellen für Migranten kompliziert. Ein IHK-Modell erleichtert die Suche.

Mariana Melchior, Mitte vierzig, ist gebürtige Rumänin, hat dort eine Ausbildung zur Chemielaborantin gemacht und kam vor etwa 25 Jahren nach Deutschland. Nach langer Familienpause wollte sie letztes Jahr wieder in ihren alten Beruf einsteigen – und stieß nach langer Recherche auf die Anerkennungsberatung für ausländische Abschlüsse der IHK Hannover. In einem Beratungsgespräch und nach Durchsicht ihrer Zeugnisse bekam sie eine Teilanerkennung – für eine volle Anerkennung musste sie sich nachqualifizieren.

„Ich habe dann von August bis Dezember ein Praktikum beim Institut für Glas und Rohstofftechnologie in Göttingen gemacht, damit die nachzureichenden Kriterien erfüllt und die Vollanerkennung erhalten“, sagt Mariana Melchior. „Ich wurde im ganzen Verfahren von der IHK super unterstützt.“ Im Anschluss an das Praktikum wurde sie zudem von ihrem Praktikumsbetrieb übernommen.

Eines von inzwischen vielen Beispielen, in denen Fachkräftebedarf und das Arbeitspotenzial von Migranten zueinanderfinden, ganz im Sinne des Anerkennungsgesetzes. Das Lob für die Unterstützung der IHK Hannover ist ebenfalls kein Einzelfall, denn in den IHK Bezirken Hannover und Braunschweig setzt man bundesweit auf ein einmaliges Verfahren, bei dem zunächst Anerkennungsberatung und die Anerkennung an sich klar voneinander zu trennen sind.

In einer ersten, auch fremdsprachigen, Beratung für sämtliche Berufe klären Mitarbeiter der IHKs im direkten Gespräch vor Ort alle Fragen und leiten anschließend an die zuständige Anerkennungsstelle weiter – das können zum Beispiel Landesämter, Ärzte- oder Handwerkskammern sein, im Falle von IHK-Berufen wird die Anerkennung im eigenen Haus vorgenommen. Über 3000 Menschen wurden so bereits beraten.

„Die Menschen wissen oft nicht, welche Stellen zuständig sind, welche Unterlagen sie dafür brauchen oder welcher deutsche Referenzberuf für ihren Abschluss der richtige ist“, sagt Arne Hirschner, bei der IHK Hannover für die Anerkennungsberatung zuständig. Während bundesweit alle anderen IHKs ihre Anerkennungen zentral in Nürnberg auf dem Postweg erledigen lassen, setzen die IHKs in Hannover und Braunschweig auf den persönlichen Beratungsansatz – und haben damit Erfolg: Bundesweit kommt nahezu jede zehnte IHK-Anerkennung eines ausländischen Abschlusses aus der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg, seit 2012 sind es bislang etwa 550. Im Ergebnis wurden damit doppelt so viele Anerkennungsverfahren durchgeführt wie im Bundesdurchschnitt.

Etwa 70 Prozent sind Anerkennungen der vollen Gleichwertigkeit, der Rest Teilanerkennungen.

Unter den Top 5 Berufen sind: Kaufmann für Büromanagement, Elektroanlagenmonteur, Hotelfachfrau, Kauffrau im Einzelhandel und Industriemechaniker.

Von Sven Grünewald

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