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300 Arbeitsplätze sollen verlagert werden

Angespannte Lage bei Zeiss 300 Arbeitsplätze sollen verlagert werden

Vor einem knappen Jahr kündigte Zeiss die Verlagerung von 300 Arbeitsplätzen an. Im August 2016 verständigten sich IG Metall, Betriebsrat und die Geschäftsführung der Zeiss Mikroskopie darauf, dass die in Göttingen verbleibenden 270 Mitarbeiter reine Produktionsaufgaben wahrnehmen.

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Der Produktionsstandort der Firma Zeiss in Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Aktuell arbeiten am Standort Göttingen rund 580 Mitarbeiter. Zum 1. Oktober 2017 starten die angekündigten Verlagerungen der rund 300 Arbeitsplätze an die Standorte Jena und Oberkochen“, erklärt Jörg Nitschke, Leiter der Konzernkommunikation der Zeiss AG, auf Anfrage. „Festangestellte Mitarbeiter, die von der Verlagerung der Arbeitsplätze betroffen waren, haben ein Angebot erhalten, an einem anderen Standort von ZEISS Microscopy zu arbeiten“, betont er weiter.

So viele Arbeitsplätze erhalten, wie möglich

Währenddessen setzen „die Stadt und vor allem der Oberbürgermeister Rolf Georg Köhler alles daran, dem Zeiss-Standort Göttingen weiterhin eine unternehmerische Perspektive zu geben und so viele Arbeitsplätze wie nur möglich zu erhalten“, berichtet der Pressesprecher der Stadt, Detlef Johannson. Dafür sei eine interne Verwaltungsgruppe eingerichtet worden, die sich „nur mit der Zeiss-Thematik“ beschäftige. Über den aktuellen Verfahrensstand konnte Johannson keine Auskunft geben, betonte aber: „Es wurden und werden verschiedene Gespräche geführt, um für das Unternehmen und seine Beschäftigten zeitnah zu effizienten Lösungen zu kommen.“ Auch der Unternehmenssprecher der Zeiss AG bestätigte: „Es gab einen sehr engen Austausch mit der Stadt hinsichtlich der Standortfrage für die Carl Zeiss CMP GmbH.“

 

Die Konzernspitze hält an ihrer Entscheidung zur Verlagerung der Göttinger Arbeitsplätze fest. „Die neue Aufstellung von ZEISS Microscopy führt an allen Standorten des Unternehmensbereichs zu Veränderungen – insbesondere am Standort Göttingen“, so Nitschke. Vor Ort führe man lediglich die Fertigungsbereiche weiter. Für den Fertigungsstandort sei nach seinen Angaben ein Standortentwicklungstarifvertrag abgeschlossen worden, der auf "Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit" abziele. “In Göttingen wird Zeiss in den nächsten Jahren in neue Maschinen, Anlagen und moderne Fertigungsprozesse sowie in die Infrastruktur investieren“, so Nitschke.

Schwere Fehler, keine Auskunft

So will Zeiss seinen Standort in der Königsallee 9-21 modernisieren. „Insgesamt werden wir über 10 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren in die Modernisierung des Standorts Göttingen investieren“, sagt Bernhard Ohnesorge, Geschäftsführer der Carl Zeiss CMP GmbH, die ihren Sitz in Göttingen hat. Zudem sei vorgesehen, freie Flächen auf dem Werksgelände zu vermieten. Das Unternehmen fokussiere sich an diesem Standort auf die Entwicklung und Fertigung von Modulen und Komponenten.

 

Derzeit sei die Stimmung vor Ort „angespannt und schwierig“, erklärt ein Zeiss-Mitarbeiter. Der Betriebsrat wollte zur aktuellen Situation keine Auskunft geben. Auch der Landtagsabgeordnete Ronald Schminke plädierte im vergangenen Jahr für den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort Göttingen. Von „schweren Managementfehlern“ spricht Schminke noch heute und erklärt auf Anfrage weiter: „Das Kerngeschäft wurde zugunsten von Nischenprojekten deutlich vernachlässigt.“ Dies führte nach seiner Einschätzung zu einer Vernachlässigung des Fachbereichs Forschung und Entwicklung und somit zum massiven Stellenabbau in Göttingen.

Von Susanne Wesche

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