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Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern ist aufwendig

Projekt Adelante Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern ist aufwendig

Seit drei Jahren werden junge Spanier nach Südniedersachsen geholt, um hier eine Ausbildung zu machen. Der dabei gewonnene Erfahrungsschatz zeigt Wege auf, wie sich die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen sinnvoll gestalten ließe. Spracherwerb und enge Betreuung sind die Erfolgsfaktoren.

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Die berufliche Integration von Flüchtlingen ist anspruchsvoll und enge Betreuung ein Erfolgsfaktor.

Quelle: DPA

Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, Mangelberufe hier haben das Projekt Adelante, über das die Spanier nach Südniedersachsen kommen, zu einer Win-Win-Situation für Arbeitsmigranten und Betriebe gemacht. Nun wendet sich die Aufmerksamkeit der hiesigen Unternehmen verstärkt den Flüchtlingen zu. Klar ist: Diese müssen nicht extra hergeholt werden und sie werden sehr wahrscheinlich bleiben.

Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe drängt sich akut in den Vordergrund, aber auch der mögliche Nutzen des Arbeitskräftepotenzials ist eindeutig. Seitens der deutschen Wirtschaft gibt es schließlich schon lange die Forderung, über Einwanderung das Fachkräfteproblem und den Nachwuchsmangel zu lösen, zumindest aber abzuschwächen.

Vom eher abstrakten „man muss die Flüchtlinge integrieren“ bis hin zur konkreten Umsetzung ist es aber ein weiter Weg, Sprache und Qualifikation fehlen bei vielen. Dieselbe Ausgangslage wie bei Adelante. Die Rezepte, die man hier gefunden hat, um einen Erfolg in der Ausbildung und Arbeitsmarktintegration der Spanier zu erreichen, sind zwar aufwendig, aber sie funktionieren.

An erster Stelle steht die Sprache. „Untersuchungen zeigen, dass der Hauptgrund für das Abbrechen der Ausbildung die Sprache ist“, so Joachim Grube von der Göttinger Geschäftsstelle der IHK Hannover. Inzwischen ist es so, dass die Spanier vor Ausbildungsbeginn einen Deutsch-Intensivkurs mit neuerdings 600 Unterrichtsstunden absolvieren – 2015 waren es „nur“ 500.

„Je besser sie vorbereitet sind, je intensiver sie die Sprache lernen, desto leichter ist es hier“, betont Johanna Harms von der Volkshochschule Göttingen Osterode (VHS), die die Federführung im Adelante-Projekt hat. „Es gibt Betriebe, da ist es extrem wichtig, dass sie eine gute sprachliche Grundlage haben.“ Die Sprachkurse gehen ausbildungsbegleitend weiter.

Erfolgsfaktor Nummer zwei: die enge Betreuung. „Das ist eine Unterstützung für die Jugendlichen, sodass sie mit ihren betrieblichen und Alltagsproblemen in einem fremden Land nicht alleingelassen werden“, sagt Maria Casan von der VHS. „Gleichzeitig ist das aber auch eine Hilfe für die Betriebe.“ Man habe die Erfahrung gemacht, dass durch den engen Draht zu den Auszubildenden und den Betrieben sie von beiden sehr früh in Konfliktfälle einbezogen werden. „Damit haben wir viele Eskalationen verhindert.“

Es sind oft Kleinigkeiten – die hohe Hürde des Ausfüllens von Berichtsheften durch die Auszubildenden, beispielsweise. Das muss auf Deutsch geschehen und wird daher gerne weggeschoben. Oder Arbeitszeiten: Wenn an einem Tag statt der vertraglichen acht Stunden mal länger gearbeitet werden muss, kann es durch simple sprachliche Verständigungsprobleme zu Missverständnissen kommen.

Adelante ist ein aufwendiges Projekt, durch die Sprachkurse, die Aufstockung der Ausbildungsvergütung, die Unterstützung durch spanischsprechende Projektmitarbeiterinnen. Aber der Ausbildungserfolg gibt dem Aufwand Recht. Es wäre darüber nachzudenken, ob für ein regionales Ausbildungskonzept zur Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge nicht ähnliche Strukturen aufgebaut werden könnten.

von Sven Grünewald

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